Eurosatory
Waffenkonzerne rüsten für den Krieg der Zukunft

Statt mit Soldaten werden die Kriege der Zukunft mit Drohnen und Hackern geführt. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris suchen die europäischen Waffenschmieden nach neuen Geschäftsmodellen und Märkten.
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Düsseldorf/ParisStell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Dieser Slogan aus der Friedensbewegung könnte schon bald Wirklichkeit werden, allerdings anders als ursprünglich gedacht: Der Krieg der Zukunft braucht weniger Soldaten an der Front, prognostizieren die Rüstungskonzerne. Er wird vielmehr im Internet und mit unbemannten Waffensystemen geführt. Das ist das beherrschende Thema auf der Eurosatory, eine der weltweit größten Messen für Wehrtechnik. Alle zwei Jahre treffen sich die Größen der Rüstungsbranche nördlich von Paris. Zwischen Raketen und Panzern berät die Branche, wie sie die Welt für künftige Kriege rüsten kann. Unter den Ausstellern sind auch 123 deutsche Waffenschmieden - darunter bekannte Namen wie Krauss-Maffei Wegmann, Heckler & Koch und Rheinmetall. Eins steht fest: Die Nachfrage nach schwerem Kriegsgerät dürfte in den kommenden Jahren deutlich nachlassen.

Die Vorzeichen für die Branche sind schlecht. Das erste Mal seit 1998 sind die weltweiten Rüstungsausgaben kaum gewachsen, hat das Friedensforschungsinstitut Sipri berechnet. Um Währungseffekte bereinigt liegt das Wachstum bei gerade einmal 0,3 Prozent. Die Zahl der weltweiten Konflikte ist so niedrig, wie zuletzt 2002. Damals begann der internationale Kampf gegen den Terrorismus, der bis heute 1,7 Billionen Dollar verschlungen hat. Davon lebten die Waffenbauer jahrelang gut.

Doch die Zeiten, in denen vor allem die USA viel Geld für internationale Einsätze investierten, sind vorbei. Mit dem Abzug aus dem Irak und dem teilweisen Rückzug aus Afghanistan sinken die Ausgaben der größten Rüstungsnation der Welt. Im Kampf gegen das Staatsdefizit hat die Regierung Obama dem Verteidigungsetat ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt. Bis 2021 sollen 487 Milliarden Dollar eingespart werden. Nur Prestigeobjekte wie die Entwicklung des Kampfjets F-35 werden weiter finanziert.

Auch in Europa schrumpfen die Verteidigungshaushalte. Besonders in Südeuropa wirken sich die harten Sparmaßnahmen auf die Waffenimporte aus: Der Rüstungsetat von Griechenland ist seit 2008 um 26 Prozent gesunken, auch andere Krisenländer wie Spanien (minus 18 Prozent), Italien (minus 16 Prozent) und Irland (minus 11 Prozent) haben ihre Waffenetats seither massiv gekürzt. In Deutschland, England und Frankreich steht die große Sparwelle noch bevor. Allein der britische Wehretat soll bis 2015 um 7,5 Prozent sinken.

Es dürfte darum nur eine Frage der Zeit sein, bis die Krise auch die Bilanzen der europäischen Waffenhersteller erreicht. Wie die Armeen, rüsten darum auch die Hersteller ab und setzen auf schlankere Strukturen. BAE Systems hat zuletzt angekündigt, 18.000 Jobs abzubauen. Der Konzern ist immerhin der größte industrielle Arbeitgeber in Großbritannien. Auch in der Zentrale der EADS-Rüstungstochter Cassidian in Unterschleißheim werden 900 Stellen gestrichen. Um weiter zu wachsen, braucht die Branche neue Geschäftsfelder und Märkte.

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  • Wer hat eben Augstein auf Phoenix gesehen? ob er sich das auch mit der Fahne der Israelis tratut was er da Picklehaube tragend verantaltet hat.

  • Und ihrer ZENSURSULA könennSIe sagen: DIE REGIERUNGSKORRUPTON WIR DNICHT BESSER DADRUCH DASS MAN DIE REGIERUNGSKRITIKER KOMMUNIKATIONSSYSTEMTECHNISCH MUNDTOT MACHT. IM GEGENTEIL. JE WNIEGR GEBLOGT WIRD DESTO MASSIVER WIRD AUS GUTEM GRUDNE DIE GEGENWEHR GEGEN DAS SCHWEEINESYSTEM VON Frau MERKEL!

    WIE VERTUSCHEN WIR DIE KORRUPTIONSSCHWEINEREIEN DIESMAL? WIR SCHREDERN DIE EINGEHENDEN STRAFNAZEIGEN!

  • Zweitaccount? TROTZ MYSTERIÖSER TODESUMSTÄNDE?

    http://www.myup.ir/viewer.php?file=16797501839802737093.jpg

    http://groups.google.com/group/mailing.database.mysql/tree/browse_frm/month/2001-05/2980a46ab2214d16?rnum=241&_done=/group/mailing.database.mysql/browse_frm/month/2001-05?&pli=1

    @st1mmv13h
    http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2012/06/12/schrumpfen-von-studivz-bis-zu-den-pirate.aspx
    http://www.twitter.com/stimmviech

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