Eurostar-Auftrag
Siemens bremst Konkurrent Alstom aus

Siemens kann aufatmen. Im Gerichtsstreit um den umstrittenen Eurostar-Millionenauftrag haben sich die Münchner vorerst gegen Konkurrent Alstom durchgesetzt und eine einstweilige Verfügung vorerst verhindert. Doch die Franzosen geben sich damit keinesfalls geschlagen.
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Der Richter hat es spannend gemacht – bis zur letzten Minute. Im Gerichtsstreit um den umstrittenen Millionenauftrag der Bahngesellschaft Eurostar an Siemens klangen die Argumente von Geoffrey Vos, Richter am Londoner High Court, lange so, als ob er dem unterlegenen Siemens-Rivalen Alstom Recht geben wollte. Fast eineinhalb Stunde dozierte er am Freitag Nachmittag darüber, warum Alstom durchaus mit Fug und Recht das Auftragsvergabeverfahren in Frage stellen könnte – und die Anwälte von Eurostar und Siemens machten dabei lange Gesichter.

Doch am Ende kam der erlösende Satz: „Nach Abwägung aller Argumente komme ich zu dem Schluss, dass eine einstweilige Verfügung, die das gesamte Verfahren blockieren würde, ungerechtfertigt wäre“, sagte Vos. Dies wäre für Eurostar mit großem Schaden verbunden, denn das Unternehmen könnte nicht – wie geplant – seine Flotte ausbauen und sich im Wettbewerb behaupten.

Damit haben sich Siemens und Eurostar durchgesetzt und Alstom hat eine herbe Niederlage kassiert.

Doch der französische Siemens-Konkurrent Alstom gibt sich im Eurostar-Streit trotz des Urteils aus London nicht geschlagen. „Wir werden alternative rechtliche Schritte prüfen“, sagte ein Unternehmenssprecher. Das Unternehmen haben den Fall bereits an die EU-Kommission herangetragen. Und man halte an der Argumentation fest, dass es Unklarheiten bei den Sicherheitsbestimmungen und bei der Bewertung der Angebote gegeben habe.

Eurostar will zehn neue Züge für etwa 600 Mio. Euro bei dem Münchener Unternehmen bestellen. Das hat der Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen durch den Eurotunnel vor drei Wochen angekündigt. Damit hat das Unternehmen einen Eklat Alstom ausgelöst und französische Politiker gegen sich aufgebracht. Alstom war bislang der Stammlieferant aller Eurostar-Züge.

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