Eventuell Werksschließungen
EADS baut A380-Produktion um

Der Aufsichtsrat des deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS wird voraussichtlich am Dienstag weiter über Konsequenzen aus den Problemen beim Großraumflugzeug A380 beraten. Die anstehenden Entscheidungen könnten schmerzhaft für die Belegschaft ausfallen – besonders für die Mitarbeiter in Hamburg.

PARIS/MÜNCHEN. Der Aufsichtsrat hatte bereits am Freitag heftig um die Zukunft der Konzerntochter Airbus gerungen, aber noch keine Beschlüsse gefasst. Eigentlich wollte sich bei diesem Termin die Airbus-Führung um den neuen Chef Christian Streiff den aktualisierten Auslieferungsplan der A380 von EADS absegnen lassen. Airbus musste Anfang September zum dritten Mal einräumen, dass die bislang 159 fest bestellten Exemplare der A380 nicht fristgerecht fertig werden. Seitdem drohen Fluggesellschaften mit Regressforderungen.

„Airbus braucht radikale Veränderungen“, heißt es bei EADS. Unbestätigten Informationen zufolge soll das Airbus-Management am heutigen Montag über eine Reform der Fertigung informiert werden. Dabei geht es nicht nur um den A380, sondern um die rigorose Senkung der gesamten Produktionskosten. Nach Gewerkschaftsangaben plant EADS für Airbus ein neues Sparprogramm, das Einsparungen in Milliardenhöhe bringen soll. So soll allein die Beschleunigung der Flugzeugentwicklung von acht auf sechs Jahre 2 Mrd. Euro einbringen.

Die bisher schon bekannten Verzögerungen beim A380 von einem Jahr kosten EADS bereits 2 Mrd. Euro binnen vier Jahren. Zuletzt hatten sich Hinweise verdichtet, die Auslieferung werde sich wegen andauernder Probleme bei der Verkabelung um weitere sechs Monate verzögern. Airbus hat seine Fertigung in Deutschland, Frankreich und Spanien bisher nach politischen, nicht nach wirtschaftlichen Kriterien organisiert.

Verschiedene Szenarien würden nun geprüft, heißt es in Konzernkreisen. Möglicherweise werde die Endfertigung von Großraumflugzeugen im französischen Toulouse konzentriert, Hamburg bliebe dann nur noch die Montage der kleineren A320-Familie. Denkbar ist auch eine Reduzierung der kleineren Airbus-Standorte. Außerdem soll die Zahl der Zulieferer um bis zu 30 Prozent gesenkt werden.

Die Investmentbank Goldman Sachs schätzt, dass die Verspätungen bei der A380 und die Überarbeitung anderer Programme insgesamt 4,5 Mrd. Euro kosten werden. Airbus könne sich daher von bis zu 7 der insgesamt 16 Produktionsstätten trennen, um die Produktion zu verschlanken, heißt es.

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