Evonik
Zeitpunkt für Börsengang wieder offen

Die RAG-Stiftung warnt eindringlich vor dem vorzeitigen Ausstieg aus dem Kohlenbergbau und vor 6800 möglichen Kündigungen im Bergbau. Zugleich erteilte der Chef der Stiftung Bonse-Geuking einem Börsengang des Essener Mischkonzerns vor 2012 eine klare Absage.
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ESSEN. Erstmals hat sich Wilhelm Bonse-Geuking, der Chef der RAG-Stiftung, in den Streit über einen vorzeitigen Ausstieg aus dem subventionierten deutschen Bergbau eingeschaltet. Wie Bonse gestern in Essen sagte, würde eine Beendigung der Steinkohlenförderung im Jahr 2014 die öffentlichen Haushalte mit zusätzlich zwei Mrd. Euro belasten. Dabei schlügen vor allem die Kosten für 6 800 betriebsbedingte Kündigungen zu Buche.

Zugleich erteilte er einem Börsengang des Essener Mischkonzerns Evonik vor dem bislang geplanten Datum 2012 eine klare Absage. "Es wäre verfehlt", so Bonse, "wenn Evonik zum jetzigen Zeitpunkt an die Börse käme."

Grund für die Aufregung des Stiftungschefs: Die EU-Kommission will Deutschland zwingen, bereits 2014 die Finanzhilfen für den Steinkohlenbergbau einzustellen. Wenn es nach Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) geht, könnte noch früher Schluss sein mit der teuren Subvention.

Auch die Stiftung wäre betroffen, wenn dem 2007 gefassten Ausstiegsplan die Grundlage entzogen würde. Damals hatten sich die Politik, der Zechenbetreiber RAG und die Gewerkschaft IG BCE auf ein Ende des Bergbaus im Jahr 2018 verständigt. Ein spezielles Gesetz legt seitdem fest, dass die öffentliche Hand die für den Betrieb und die Rückführung des Bergbaus erforderlichen Milliardenbeträge zur Verfügung stellt. Betriebsbedingte Kündigungen von Bergleuten waren dadurch ausgeschlossen.

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