Evotec oder Medigene werden als Übernahmekandidaten gehandelt
Indische Ranbaxy will offenbar deutsche Biotech-Firma schlucken

Der größte indische Generika-Hersteller Ranbaxy steht nach einem Zeitungsbericht kurz vor der Übernahme eines forschenden deutschen Pharmaunternehmens. Die Aktienkurse möglicher Kaufziele zogen kräftig an.

HB NEU DELHI. Die indische Wirtschaftszeitung „Business Standard“ berichtet am Dienstag unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle, in Kürze werde das umsatzstärkste Pharmaunternehmen Indiens eine entsprechende Kaufvereinbarung abschließen. In dem Bericht wird weder das Zielobjekt noch das Volumen der Übernahme genannt. Ranbaxy sucht schon seit Jahren nach einer Möglichkeit zum Zukauf in Deutschland.

Ein Ranbaxy-Manager sagte der Zeitung, sein Unternehmen wolle ein auf Forschung und Entwicklung ausgerichtetes Pharmaunternehmen in Deutschland kaufen. Der Manager bestätigte, dass die deutsche Tochter des Konzerns entsprechende Verhandelungen führe. Allerdings könne man wegen der schwierigen Frage der Bewertung des Kaufobjektes zum Verhandlungsstand nichts sagen.

Händler am Frankfurter Aktienmarkt vermuten, dass es sich bei dem Übernahmeziel von Ranbaxy um eines der beiden im TecDAX vertretenden Biotechnologieunternehmen Evotec oder Medigene handeln könnte. Ein Medigene-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Eine Sprecherin von Evotec sagte, von Übernahmeabsichten durch Ranbaxy sei ihr nichts bekannt. Die Papiere von Medigene stiegen um rund 5 Prozent auf 8,34 Euro, Evotec-Titel verteuerten sich um 5,7 Prozent auf 2,79 Euro.

Auch die Aktien von Stada, die seit längerem als Übernahmekandidat gehandelt werden, verteuerten sich um rund zwei Prozent, obwohl Marktteilnehmer einen Kauf für zu teuer und deshalb unwahrscheinlich halten. Eine Stada-Sprecherin wollte die Übernahmespekulationen nicht kommentieren.

Die Hamburger Evotec erwirtschaftet ihren Umsatz bislang vor allem mit Auftragsforschung. In Zukunft will Evotec aber seine eigene Forschung ausbauen. Allerdings will das Unternehmen die Wirkstoffe nicht selbst bis zur Marktzulassung entwickeln, sondern Lizenzen vergeben. Die kostspielige Entwicklung der Arzneimittel würden dann die Lizenznehmer übernehmen. Evotec erhielte dann Zahlungen für Forschungsziele oder im Fall der Marktzulassung Umsatzbeteiligungen. Im ersten Halbjahr hatte Evotec seinen Verlust nach Steuern von 11,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 28,1 Millionen Euro ausgeweitet. Der Umsatz war um 9 Prozent auf 34,3 Millionen Euro gestiegen.

Das deutsch-amerikanische Biotechnik-Unternehmen Medigene hatte seinen Nettoverlust im zweiten Quartal von 2,7 auf 5,4 Millionen Euro ausgeweitet. Die Erlöse waren von 4,92 auf 1,12 Millionen Euro zurückgegangen. Medigene ist die erste deutsche Biotech-Firma, die die Marktzulassung für ein Produkt erhalten hat. Eligard, ein Medikament zur Behandlung von Prostatakrebs, ist seit Mai 2004 in Deutschland auf den Markt, wurde aber nicht von Medigene selbst entwickelt. 2001 hatte Medigene die europaweit exklusiven Vermarktungsrechte für das Mittel von der US-Firma Atrix Laboratories gekauft.

Seite 1:

Indische Ranbaxy will offenbar deutsche Biotech-Firma schlucken

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%