Industrie

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Ex-AWD-Chef: Maschmeyer erhöht Anteil an Biotech-Firma

Carsten Maschmeyer ist mit Finanzprodukten zu Geld gekommen – jetzt engagiert sich der frühere Chef von AWD in der Biotech-Branche: Er baut seinen Anteil an dem Leverkusener Unternehmen Biofrontera aus.

Unternehmer Carsten Maschmeyer setzt auf Biotechnologie. Quelle: dpa
Unternehmer Carsten Maschmeyer setzt auf Biotechnologie. Quelle: dpa

DüsseldorfDer frühere Chef des Finanzvertriebs AWD, Carsten Maschmeyer, will sein Engagement in der Biotech-Branche ausbauen und seinen Anteil an dem Leverkusener Unternehmen Biofrontera erhöhen. Seit mehr als einem Jahr ist Maschmeyer an Biofrontera beteiligt; er hat dort mehr als zehn Millionen Euro investiert und besitzt bereits 15 Prozent der Anteile. „Ich will meine Beteiligung noch weiter ausbauen“, sagte Maschmeyer der Wirtschaftswoche. „Ich nehme keinen operativen Einfluss auf das Unternehmen, stelle aber meine Kontakte zur Verfügung und bin strategischer Sparringspartner.“

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Biofrontera ist eines von zwei deutschen Biotech-Unternehmen, denen es überhaupt gelungen ist, ein Medikament aus eigener Entwicklung auf den Markt zu bringen. Die Creme Ameluz ist seit 2012 in Deutschland und einigen europäischen Ländern auf dem Markt und wirkt gegen eine Frühform des Weißen Hautkrebses. Das Mittel soll nach Angaben von Biofrontera-Gründer Hermann Lübbert einmal 250 Millionen Euro Spitzenumsatz einbringen.

Was Maschmeyer in seinem Buch schreibt (1)

  • Das Buch

    AWD-Gründer und Milliardär Carsten Maschmeyer ist unter die Buchautoren gegangen. "Selfmade - erfolg reich leben" (Ariston Verlag) ist keine Autobiografie, sondern ein Ratgeber. Die ersten Auszüge hatte die Bild-Zeitung veröffentlicht - hier die wichtigsten Ausschnitte.

  • Seine Ausbildung

    Meine Ausbildung, rückblickend auf den Punkt gebracht, bestand eigentlich nur aus zwei Fächern: Hauptfach Beziehungen, Nebenfach Sachthemen. Persönlich ging bei mir immer vor geschäftlich.

  • Sein Ratschlag

    Die Fähigkeit zur Kommunikation und zur Bildung von Netzwerken ist heute entscheidend für den beruflichen Erfolg und ein spannendes, abwechslungsreiches Leben. In einer von E-Mails und SMS, Chatportalen und virtuellen Communitys beherrschten Zeit wird es immer wichtiger, über viele und tragfähige Kontakte zu verfügen

  • Seine Freunde

    Oftmals sind die mächtigsten und bekanntesten Personen einer Berufsgruppe gar nicht unbedingt intelligenter oder qualifizierter als der Durchschnitt – sie haben einfach mehr Kontakte und bessere Beziehungen, die sie meist seit langer Zeit pflegen und wechselseitig nutzen.

  • Vitamin B wichtiger als Arbeit

    Häufig ist Beziehungsarbeit lohnender als rein fachliche Arbeit. Frei nach der Parole: „Der Kluge kennt alles, der sehr Kluge kennt alle.“ Ich kenne sogar Personen, die einzig wegen ihrer Netzwerke, Kontakte und Beziehungen einen begehrten, gut bezahlten Job bekommen haben.

  • Interessante Jobs finden

    Interessante Jobs findet man heutzutage viel eher durch die Nutzung von Netzwerken als durch Print- oder Internet-Stellenanzeigen. Viele Statistiken belegen, dass die meisten Menschen ihre Jobs durch persönliche Beziehungen finden. Machen Sie sich also nichts vor: 

  • Über Politiker

    Das gilt umso mehr für Politiker: Ihr Erfolg hängt auch von ihrem Netzwerk, von ihren Beziehungen ab. Man wird kaum in den Ortsbeirat gewählt, wenn man keine guten Verbindungen hat. Als Politiker brauchen Sie – gerade in Ihrer Partei – die richtigen Unterstützer, die sich für Sie einsetzen und propagieren, warum die Leute Sie wählen sollen.

  • Über Gerhard Schröder

    Wenn man den Ministerpräsidenten Gerhard Schröder kennengelernt hat und er schließlich Bundeskanzler wird, dann lernt man fast ganz automatisch andere SPD-Politiker wie Stephan Weil, unseren Oberbürgermeister, und sogar Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel kennen.

Auf einen solchen Coup hofft Maschmeyer auch bei seiner zweiten Beteiligung, der Holsboer-Maschmeyer Neurochemie. „In zwei bis drei Jahren könnte uns ein Durchbruch in der Entwicklung gelingen“, sagte Maschmeyer der Wirtschaftswoche. Das Münchner Unternehmen, das Maschmeyer 2010 zusammen mit dem Neurowissenschaftler Florian Holsboer gründete, will maßgeschneiderte Antidepressiva auf den Markt bringen. „70 Prozent der gängigen Antidepressiva wirken bei Patienten nicht. Zudem haben sie viele Nebenwirkungen und schlagen erst langsam an“, sagt Holsboer. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München hat zum Beispiel den depressiven Fußball-Nationalspieler Sebastian Deisler behandelt.

  • 24.03.2013, 20:57 UhrDominik

    Das dieser Mensch überhaupt unbehelligt rumwerkeln darf, spricht nicht für unserer Rechtsstaatlichkeit. (Schade mit Schnauzbart sieht er besser aus, da erkennt man den Starverkäufer)

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