Ex-Conti-Vorstand
Neumann wechselt zu Volkswagen

Heute ist in Wolfsburg ein Tag der wichtigen Entscheidungen. Der Aufsichtsrat von Volkswagen tagt und hat so manche offene Frage zu lösen. Bereits durchgedrungen ist, dass Ex-Conti-Chef Neumann nach Wolfsburg wechselt und VW den Münchener Autohändler Mahag übernimmt. Noch offen ist, ob auch Karmann bald zum Konzern gehört.
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FRANKFURT/STUTTGART. Europas größter Autokonzern Volkswagen hat vor der geplanten Integration von Porsche seine Führungscrew verstärkt. Die Wolfsburger holen den früheren Vorstandschef von Continental, Karl-Thomas Neumann, als Konzernbeauftragten für Elektroantriebe, in das Management des Konzerns.

Das beschloss der VW-Aufsichtsrat auf seiner gestrigen Sitzung, wie das Unternehmen mitteilte. Neumann, der im Streit mit Conti-Großaktionär Schaeffler in Hannover ausgeschieden war, hatte zuvor bereits bei VW gearbeitet. Intern wird Neumann als möglicher Kronprinz von VW-Boss Martin Winterkorn gehandelt, dessen Vertrag unmittelbar vor der Verlängerung steht.

VW justiert damit vor dem anstehenden Zusammenschluss mit dem Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche die Macht in der Topetage in Wolfsburg neu und ebnet den Weg zur geplanten Integration der Autobauer. So beriet das VW-Kontrollgremium Mittwoch auch über die weiteren Schritte zur Hochzeit mit Porsche. VW plant, auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 3. Dezember sich eine Kapitalerhöhung von 10 Mrd Euro genehmigen zu lassen und damit einen Kapitalrahmen, der für mehr als einen Einstieg in Stuttgart reicht.

Das außerordentliche Aktionärstreffen musste nach dem Ende eines monatelangen Machtkampfes zwischen dem Wolfsburger Konzern und Porsche angesetzt werden. VW will in einem ersten Schritt knapp die Hälfte des Sportwagenbauers übernehmen, 2011 soll dann ein kompletter Zusammenschluss folgen. Um seine finanzielle Basis zu stärken, will VW nun die Aktionäre um frisches Geld bitten.

Der hoch verschuldete Stuttgarter Autobauer vereinbarte nach wochenlangen Verhandlungen Finanzkreisen zufolge mit seinen Kreditgebern ein neues Darlehen über 8,5 Mrd. Euro. Die neue Nähe zu VW zahlt sich dabei offensichtlich jetzt bei der Umschuldung von Porsche aus. Der neue Kreditrahmen ersetzt die bisherige Darlehenszusage über 10,8 Mrd. Euro. Alle Banken hätten zugestimmt, nun müssten die Dokumente noch endgültig verabschiedet werden, hieß es. Porsche wollte sich am Mittwoch dazu nicht äußern.

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