Ex-Kartellamts-Chef
Ulf Böge wird neuer Chef der Opel-Treuhand

So manche Position ist bei Opel noch offen, eine ist seit wenigen Minuten allem Anschein nach geklärt: Laut Medienberichten wird Ulf Böge neuer Vorsitzender der Opel-Treuhand. Er folgt damit Manfred Wennemer, der am Sonntag zurückgetreten war. Auf Böge wartet viel Arbeit.
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HB RÜSSELSHEIM. Ex-Kartellamtspräsident Ulf Böge ist neuer Bundesvertreter im Beirat der Opel-Treuhand. Er übernahm den Posten am Montag auf Wunsch von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Böges Vorgänger, der frühere Continental-Chef Manfred Wennemer, hatte den Beirat am Wochenende unter Protest verlassen.

Brüderle lobte, Böge verbinde wettbewerbspolitische Grundüberzeugungen und Erfahrung mit politischem Gespür. „Ich danke Herrn Böge für seine Bereitschaft, in dieser schwierigen Phase die Aufgabe als Treuhänder des Bundes im Beirat der Treuhand zu übernehmen. Ich vertraue auf sein Urteil und seine Erfahrung bei den anstehenden Entscheidungen“, erklärte der FDP-Politiker.

Wennemer hatte beklagt, der wirtschaftliche Sachverstand spiele in der Treuhand keine Rolle mehr. „Das wird nun ein rein politisches Gremium“, wurde Wennemer zitiert. Dazu könne er keinen Beitrag leisten.

Wennemer saß für den Bund in der Treuhand, die für die Opel-Sanierung eine Schlüsselrolle spielte. Er stimmte aber zur Verärgerung der Regierung nicht für den Verkauf der Mehrheitsanteile von Opel an ein Konsortium aus dem Zulieferer Magna International und der russischen Sberbank.

Derweil hat General-Motors-Chef Fritz Henderson in Deutschland Gespräche über die Sanierung der angeschlagenen Europa-Tochter begonnen. Am Montag gab es zunächst „interne Gespräche“ mit dem Opel- Management in Rüsselsheim, wie ein Sprecher mitteilte. Laut einer Analyse der US-Ratingagentur Moody's könnte die Sanierung von Opel unterdessen mehr als zwei Mrd. Euro teurer werden als bislang bekannt.

Nach dpa-Informationen hat Henderson die erste Vorlage eines Zukunftskonzepts für Opel im Gepäck. Demnach will General Motors (GM) seiner deutschen Tochter künftig mehr Eigenständigkeit erlauben. Dies hatte zuletzt der Betriebsrat als Vorbedingung für neue Verhandlungen genannt.

Die Besetzung des europäischen Chefpostens dürfte bei den Gesprächen eine der Kernfragen sein. Am Wochenende hatte der Konzern versöhnliche Signale gesendet: Demnach soll der Chefposten in Europa möglichst von einem Europäer besetzt werden, um die Spannungen zwischen dem US-Konzern und der europäischen Belegschaft abzubauen, hieß es in Unternehmenskreisen.

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