Ex-Konzernchef droht im Schmiergeld-Skandal Ermittlungsverfahren
Siemens treibt von Pierer in die Enge

Im größten deutschen Schmiergeldskandal droht dem langjährigen Siemens-Chef Heinrich von Pierer ein Ermittlungsverfahren. Nach neuen, schweren Vorwürfen gegen den 67-Jährigen gibt es am heutigen Montag ein weiteres Gespräch zwischen den Ermittlern und Pierer.

MÜNCHEN. Danach will die Staatsanwaltschaft München über das weitere Vorgehen entscheiden. In Justizkreisen gilt es als möglich, dass der Ex-Siemens-Chef bald als Beschuldigter gelten könnte. Gleichzeitig erwägt der Aufsichtsrat von Siemens Unternehmenskreisen zufolge Schadensersatzklagen gegen bis zu zehn ehemalige Vorstände.

Pierer wies am Wochenende alle Vorwürfe zurück. Er habe keinerlei Anweisungen gegeben für Schmiergeldzahlungen irgendwelcher Art, ließ er über seinen Anwalt Winfried Seibert dem Handelsblatt erklären.

Mit den Vorwürfen gegen den einst hochangesehenen Manager hat die Affäre einen neuen Höhepunkt erreicht. Bisher ist Pierer, der Siemens von 1992 bis 2005 führte und vor einem Jahr als Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten ist, kein Beschuldigter. Mitte vergangener Woche sagte ein hochrangiger Siemens-Manager laut Justizkreisen bei der Staatsanwaltschaft aber aus, Pierer habe ihn und einen Kollegen unter Druck gesetzt, dubiose Provisionen nach Argentinien zu überweisen.

Angesichts der Anschuldigungen gab es am Freitag ein erstes Gespräch zwischen Pierer und der Staatsanwaltschaft, das mehrere Stunden dauerte. "Das Gespräch kam auf meinen Wunsch hin zustande", sagte Pierer dem Handelsblatt. Anwalt Seibert wollte sich nicht zu Details äußern. "In dem Moment, wo man in den strafrechtsrelevanten Bereich gerät, gehört es sich, erst mit den Behörden zu reden", sagte Seibert.

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