Ex-Konzernchef könnte das nächste Opfer der VW-Affäre sein
Ferdinand Piëch - Ein Mann und sein Spielzeug

Nach dem Hartz-Rücktritt richten sich die Geschütze bei VW jetzt auf Ex-Konzernchef Ferdinand Piëch. Denn Angriffspunkte bietet er genug.

FRANKFURT. Die Fragen der Kleinaktionäre auf der VW-Hauptversammlung gehen ihm gewaltig auf die Nerven. Mit zusammengekniffenen Lippen nähert sich der Herr im blauen Anzug dem Rednerpult: Ja, er habe seinen Golf ordnungsgemäß bezahlt, und die Farbe "Klavierlack" sei keine Sonderlackierung für den Aufsichtsratsvorsitzenden, sondern die Bezeichnung für ein bestimmtes Schwarz in der Golf-Farbtabelle.

Auf den schriftlichen Antrag eines Kleinaktionärs, der Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigern will, weil der Konzern keinen Passat mit einem Verbrauch von drei Litern anbietet, will er erst gar nicht reagieren: Ferdinand Piëch, 68, Enkel von Ferdinand Porsche, lange Jahre Chef von VW und nun Vorsitzender des Kontrollgremiums bleibt in diesem Moment ganz ruhig, ganz leise. Kein gutes Zeichen. "Denn je leiser ich werde, desto saurer bin ich", dieser Satz gehört zu seinen Lieblingssprüchen.

Leise war der Ferdinand, wie er auch heute noch in Wolfsburg genannt wird, auch in den vergangenen Wochen. Nur einmal äußert er sich zur Volkswagen-Affäre, als er sich vor seinen alten Mitstreiter Peter Hartz stellt: "Wir haben Herrn Hartz keinen Aufhebungsvertrag angeboten, und wir werden das auch nicht tun."

Die Antwort seines Aufsichtsratskollegen Christian Wulff, hauptamtlich CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen, kommt prompt. Es dürfe "keinen Persilschein" geben, auch nicht für Hartz. Danach wird Piëch wieder ganz leise. Alle wissen es in Wolfsburg: Er ist stinksauer. "Wulff und Piëch haben sich vom ersten Tag an geliebt", heißt es voller Ironie im Aufsichtsrat.

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