Industrie
Ex-Mitarbeiter wirft Daimler-Chrysler Bestechung vor

Ein im Januar entlassener Mitarbeiter hat dem deutsch-amerikanischen Automobilkonzern Daimler-Chrysler die Unterhaltung „schwarzer Konten“ zur Bestechung ausländischer Behörden vorgeworfen. Die US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC leitete gegen das Stuttgarter Unternehmen nach Angaben von Daimler-Chrysler eine Prüfung wegen eines Verstoßes gegen das Anti-Korruptionsgesetz in den USA (“US Foreign Corrupt Practice Act“) ein.

HB NEW YORK. Finanzchef Manfred Gentz und Chrysler-Chef Dieter Zetsche wiesen die Anschuldigungen umgehend zurück. „Aus unserer Sicht entbehrt die Beschwerde jeder Grundlage“, sagte Gentz in der Telefonkonferenz zur Präsentation der Quartalszahlen am Donnerstag.

David Bazzetta, der bei Daimler-Chrysler als Finanzanalyst und interner Revisor tätig war, klagt gegen seine Kündigung im Januar auf Wiedereinstellung und Schadenersatz. Daimler-Chrysler habe mit seiner Entlassung gegen den im Sarbanes Oxley Act vorgesehenen Schutz für Mitarbeiter verstoßen, die unzulässige Praktiken ihres Arbeitgebers melden.

Er gab in seiner Klage an, im Juli 2001 bei einem Treffen des Konzern-Revisionsausschusses in Stuttgart erfahren zu haben, dass Daimler-Chrysler-Töchter „immer noch geheime Bankkonten unterhalten, um ausländische Regierungsvertreter zu bestechen, obwohl das Unternehmen weiß, dass das nach den US-Wertpapiergesetzen illegal ist“. Das habe er angesprochen und sei deshalb entlassen worden.

Chrysler-Chef Zetsche sagte Reuters, der Konzern arbeite mit der SEC bei der Aufklärung zusammen. „Das einzige, was die SEC hat, ist die Forderung eines Kerls, der gefeuert wurde.“ Im Juni hatte die US-Gleichstellungskommission eine Beschwerde Bazettas wegen Diskriminierung gegen Daimler-Chrysler zurückgewiesen.

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