Ex-Mitarbeiterin hat Klage eingereicht
Daimler-Chrysler wird Vertuschung vorgeworfen

Bei der US-Börsenaufsicht SEC ist eine weitere Klage gegen den deutsch-amerikanischen Autobauer Daimler-Chrysler eingereicht worden. Eine entlassene Chrysler-Mitarbeiterin wirft dem Konzern eine mangelhafte interne Revision vor.

HB STUTTGART. Die ehemalige Angestellte in einer Abteilung, die sich unter anderem mit internen Hinweisen auf ungebührliche Geschäftspraktiken beschäftigt, reichte am Donnerstag eine Klage gegen das Unternehmen ein, wie die Zeitung „Detroit News“ in der Freitagausgabe berichtete. Mehr als ein Dutzend von Beschwerden über angeblichen Bilanzbetrug seien vom Prüfungsausschuss (Audit Committee) nicht bearbeitet oder rückdatiert und damit aus dem Blickfeld gerückt worden. Die Mitarbeiterin war laut dem Bericht im Dezember 2003 nach 18 Jahren im Unternehmen entlassen worden.

Ein Daimler-Chrysler-Sprecher sagte in New York, es handele sich offenbar um den bereits im Zwischenbericht über das dritte Quartal dokumentierten Fall, der auch von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft wird. Daimler-Chrysler sei voll kooperationsbereit.

Die Aktie von Daimler-Chrysler litt nach Händleraussagen am Freitag unter dem Bericht. Im Gegensatz zu anderen Autowerten gab das Papier um 1,6 % auf 34 € nach. „Man darf das nicht überbewerten“, sagte ein Händler. „Es bleibt abzuwarten, ob da noch was kommt.“

Ende Oktober waren Bestechungsvorwürfe eines ebenfalls entlassenen Chrysler-Mitarbeiters gegen den Konzern bekannt geworden. Auch hier untersucht die SEC. Daimler-Chrysler hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, sie entbehrten jeder Grundlage. Seinen Prozess vor dem Arbeitsgericht hat der Mann inzwischen verloren. Das US-Arbeitsministerium stellte keinen Zusammenhang zwischen den internen Vorwürfen des Mitarbeiters und seiner Entlassung fest. Der Grund hierfür sei vielmehr die Verletzung von Regeln und Grundsätzen des Unternehmens gewesen.

Der im Januar gekündigte David Bazzetta, der ebenfalls in der internen Revision tätig war, wirft Daimler-Chrysler die Unterhaltung „schwarzer Konten“ zur Bestechung ausländischer Behörden vor, was nach dem Anti-Korruptionsgesetz in den USA (“US Foreign Corrupt Practice Act“) verboten ist. Weil er dies gemeldet habe, sei er entlassen worden.

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