Industrie

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Ex-Porsche-Chef: Wiedeking sieht möglichen Prozess gelassen

Einem möglichen Gerichtsverfahren wegen Marktmanipulation sieht Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking „gelassen entgegen“. Von den ursprünglich erhobenen Vorwürfen sei ohnehin nicht mehr viel übrig, sagte er dem „Focus“.

Der frühere Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking gibt sich optimistisch. Quelle: dpa
Der frühere Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking gibt sich optimistisch. Quelle: dpa

FrankfurtDer frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat sich zuversichtlich zu einem drohenden Gerichtsverfahren wegen Marktmanipulation geäußert. „Sollte es zu einem Verfahren kommen, so sehe ich dem ganz gelassen entgegen“, sagte er dem Magazin „Focus“ laut Vorabmeldung.

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Von den ursprünglich erhobenen Vorwürfen der Staatsanwaltschaft sei ja nicht mehr viel übrig, sagte Wiedeking. „Und mit dem, was übrig geblieben ist, setzt sich die Staatsanwaltschaft in Widerspruch zu ihren beauftragten Sachverständigen.“

Wiedeking hatte den Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche vom Sanierungsfall zum zeitweise profitabelsten Autobauer der Welt gemacht. Vor sieben Jahren hatten er und sein Finanzchef Holger Härter mit Rückendeckung des Porsche-Aufsichtsrates sowie des VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piech Pläne zur Übernahme des Wolfsburger VW-Konzerns geschmiedet, die letztlich aber Mitte 2009 kurz vor Abschluss gescheitert waren.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat nun Anklage erhoben und rechnet mit einem Prozessbeginn im Februar oder März. Den Managern wird vorgeworfen, durch falsche Angaben oder das Verschweigen von Informationen den Finanzmarkt über die Porsche-Pläne beim VW-Einstieg getäuscht zu haben.

Mit Hilfe falscher Angaben zum Umfang von Optionsgeschäften sollen Wiedeking und Härter einen Kurssprung bei VW-Aktien herbeigeführt haben. Dabei verloren Investoren viel Geld. Einige von ihnen haben Klage eingereicht, so dass sich die Schadenersatzforderungen gegen die Autokonzerne inzwischen auf mehrere Milliarden-Euro belaufen.

Porsche

Härter steht bereits seit Ende September wegen des Vorwurfs des Kreditbetruges vor dem Stuttgarter Landgericht: Er soll laut Anklage bei Kreditverhandlungen gegenüber einer Gläubigerbank falsche Angaben zum Liquiditätsbedarf des Unternehmens und zu den milliardenschweren Optionsgeschäften gemacht haben.

Nach dem Scheitern des Übernahmeversuchs 2009 hatte Volkswagen den Spieß umgedreht und Porsche übernommen. Der Stuttgarter Sportwagenbauer ist inzwischen die zwölfte Marke im Volkswagen-Konzern. Die von den Familien Porsche und Piech sowie dem Emirat Katar kontrollierte Porsche Holding hält gut die Hälfte der VW-Stimmrechte und ist damit der bestimmende Aktionär beim größten europäischen Autokonzern.

 

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