Ex-Siemens-Tochter
Deutsche Fujitsu-Mitarbeiter müssen zittern

Der japanische Computerkonzern Fujitsu erwägt weitere Einschnitte bei seiner europäischen Tochter Fujitsu Siemens Computers. Es gebe zwar keine Pläne, das verlustträchtige Geschäft mit PCs für Privatkunden zu verkaufen. Aber nach der Übernahme des Siemens-Anteils werde eine weitere Restrukturierung nötig.

HB TOKIO. Fujitsu-Manager Tatsuo Tomit sagte: "Wir glauben nicht, dass die Verhältnisse so bleiben sollten wie sie sind. Wir schauen uns genau an, warum das Geschäft unprofitabel ist obwohl FSC mehr PCs verkauft als wir."

FSC ist der größte europäische Computerhersteller und beschäftigt 10 500 Menschen, die meisten davon in Deutschland. Der neue Chef Kai Flore hat bereits den Abbau von 700 Stellen angekündigt. Fujitsu werde sich das FSC-Privatkundengeschäft nach der Komplettübernahme im April noch genauer ansehen und Sanierungspläne vorlegen, die auch das Ende der Produktion für das Einstiegssegment und Werksverlagerungen beinhalten können, sagte Tomita.

Der Stellenabbau würde ausgeweitet, wenn das für eine Kostensenkung notwendig sei. "In der Tat wird es dann sehr hart werden", sagte er. "Die Führung des Unternehmens wird eine unserer Hauptaufgaben sein, wenn es eine vollständige Tochter von uns ist. Aber es gibt auch Chancen, weil es doppelt so viel verkauft wie Fujitsu."

Spekulationen, Fujitsu könnte das Privatkundengeschäft von FSC etwa an den chinesischen Konkurrenten Lenovo verkaufen, wies Tomita zurück. Eine Trennung sei allenfalls der letzte Ausweg, sollte sich dies nach einer Sanierung als notwendig erweisen. "Aus heutiger Sicht - die mag sich nach dem 1. April ändern - glauben wir, dass PCs für Fujitsu wichtig sind", sagte er. "Die Marke Fujitsu ist außerhalb Japans noch immer ziemlich unbekannt, und wir hätten gern, dass unsere PCs und Handys, die wir verstärkt in Übersee verkaufen wollen, das Aushängeschild unseres Unternehmen werden."

Fujitsu und FSC haben für das laufende Geschäftsjahr, das Ende März endet, einen gemeinsamen Absatz von 7,6 Mio. PCs prognostiziert. Das entspriche einem Rückgang um 14 Prozent. Rund 70 Prozent aller Computer des Konzerns verkauft FSC. Das Unternehmen mit Sitz in München verliert allerdings in Europa, Afrika und dem Nahen Osten seit längerer Zeit Marktanteile an Konkurrenten wie Hewlett-Packard, Dell, die Taiwaner Acer und den rasanten Aufsteiger Asus. Als Reaktion hatte FSC angekündigt, sich verstärkt auf Firmenkunden, Großrechner und Dienstleistungen zu konzentrieren.

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