Ex-Siemens-Vorstand
Lamprecht kandidiert für Gigaset-Aufsichtsrat

Rudi Lamprecht, ehemaliger Siemens-Vorstand, will Aufsichtsrat der ehemaligen Siemens-Tochter Gigaset werden. Er sieht ein großes Potential bei Europas größtem Hersteller von Schnurlostelefonen.
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MüchnenDer ehemalige Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht (62) soll Aufsichtsrat der ehemaligen Siemens-Tochter Gigaset werden. Wie Lamprecht dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) auf Anfrage bestätigte, wird sich der Diplom-Informatiker bei der Hauptversammlung am 10. Juni in München den Aktionären von Gigaset zur Wahl stellen. "Ich freue mich auf diese Aufgabe, und ich glaube, dass ich mich hier auch gut einbringen kann", sagte Lamprecht. Potenzial sehe er bei Europas größtem Hersteller von Schnurlostelefonen vor allem in der Betonung des Aspekts Mode. "Gigaset gewinnt einen Designpreis nach dem anderen", sagte Lamprecht. "Ich würde gern erreichen, dass die Kunden ihre Haustelefone ähnlich oft wechseln, wie ihre Handys."

Neben Lamprecht wird nach Informationen des Handelsblattes auch die Kapitalmarktexpertin Susanne Klöß (46) von der Unternehmensberatung Accenture als Aufsichtsratskandidatin auftreten. Sie soll Gigaset nach der Vorstellung des Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Löw besonders bei der Akquisitionsstrategie unterstützen. "In diesem Thema sind wir derzeit sehr stark aktiv", sagte Löw dem Handelsblatt. Er halte Lamprecht und Klöß für eine große Bereicherung für Gigaset. "Jetzt haben wir zwei hochkompetente neue Personen auf der Vorschlagsliste. Das zeigt, das wirkliche Experten sich mit dem neuen Geschäftsmodell von Gigaset identifizieren."

Das Münchener Unternehmen Gigaset gehörte bis 2008 zum Siemens Konzern. Dann wurde es an die Beteiligungsgesellschaft Arques verkauft. 2010 kam es bei Arques zu einem Putsch durch Löw. Erst setzte er den Aufsichtsrat an die Luft, dann den Vorstand. Arques wurde in Gigaset umbenannt, der Geschäftszweck geändert. Löw entschied, alle anderen Beteiligungen von Arques zu verkaufen und Gigaset zur neuen Muttergesellschaft zu machen. Da Löw selbst weniger als fünf Prozent der Aktien hielt, brauchte er die Unterstützung anderer Aktionäre. Die sehen sich nun in ihrem Vertrauen für Löw bestätigt. Seit dessen Machtübernahme stieg der Aktienkurs von 1,50 auf vier Euro.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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