Ex-Skoda-Personalchef Schuster
Schlüsselfigur der VW-Affäre vernommen

In der VW-Affäre um Schmiergelder und Lustreisen auf Unternehmenskosten hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig erstmals Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster vernommen.

HB BRAUNSCHWEIG. Der Ex-Skoda-Personalchef habe sich an zwei Tagen jeweils mehrere Stunden zu Veranstaltungen und Reisen auf VW-Kosten geäußert, teilte die Behörde in Braunschweig am Donnerstag mit. Dabei habe er die Aussagen seines Mitbeschuldigten Klaus-Joachim Gebauer aber nur zum Teil bestätigt. Gebauer war bei Volkswagen für die Betreuung des Betriebsrates zuständig und hatte gegenüber dem Unternehmen hohe Summen über Eigenbelege abgerechnet.

Die Staatsanwaltschaft widersprach zugleich Berichten, wonach Schuster den ehemaligen VW-Chef und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch in seiner Vernehmung belastet habe. Schuster habe „weder Herrn Piëch noch andere Vorstandsmitglieder als Initiatoren des Kontos „1860' genannt“, sagte Staatsanwalt Joachim Geyer. Über die VW-interne Kostenstelle 1860 hatte Gebauer die meisten Eigenbelege abgerechnet. Piëch selbst erklärte gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Focus' er könne „eidesstattlich versichern, dass ich ein derartiges Konto weder angeordnet noch eingerichtet habe“. Auch von angeblichen Begünstigungen habe er keine Kenntnis gehabt.

Auch der SPD Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl, gegen den im Zusammenhang mit der Affäre ebenfalls ermittelt wird, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Schuster nicht weiter belastet worden. Die Schuster zugeschriebene Äußerung, Uhl habe an Lustveranstaltungen teilgenommen, habe der Ex-VW-Manager „nach eigenen Angaben nicht getätigt“, betonte die Staatsanwaltschaft. Entsprechende Veröffentlichungen seien durch die Vernehmung nicht bestätigt worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde Gebauer zuletzt am Mittwoch fünf Stunden lang vernommen. Bei seinen Aussagen seien mit ihm zwei Aktenordner voller Belege zu Veranstaltungen durchgesprochen worden. Seine Vernehmung zum Ermittlungsbereich Reisen und Veranstaltungen sei aus Sicht der Staatsanwaltschaft damit abgeschlossen.

Zu dem Geflecht von Firmen, mit dessen Hilfe im Zuge der Affäre Schmiergelder transferiert worden sein sollen, machte Gebauer in den Vernehmungen keine Angaben. Vor einer Aussage zum Punkt Firmenbeteiligungen wolle Gebauer zunächst die Akten einsehen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Akteneinsicht könne ihm aber aus Ermittlungsgründen weiterhin nicht gewährt werden.

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