Exchange Investors springt Schaeffler bei Hedge-Fonds will Conti-Vorstand entmachten

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Scheunert sieht sich als "geschädigter Aktionär", der den Aufsichtsrat und den Vorstand von Continental abberufen lassen will. "Da versucht jemand, aktienrechtlich Kräfte hinter sich zu scharen", hieß es in Finanzkreisen. Scheunert, der von Dubai aus agiert, ist alles andere als ein Unbekannter: Ihm eilt in Fachkreisen der Ruf eines "Berufsklägers" voraus, der Kasse machen will.

Continental wollte das Geschehen auf Anfrage nicht kommentieren. Unternehmenskreise verwiesen auf Scheunerts in der Vergangenheit einschlägiges Vorgehen. Großaktionär Schaeffler äußerte sich auf Anfrage ebenfalls nicht zu Scheunerts Plänen. Exchange Investors bestreitet eine Absprache, setzt aber auf die Hilfe der Schaeffler-Banken Metzler und Sal. Oppenheim, die zusammen fast 40 Prozent der Conti-Anteile halten. Schaeffler hat sich in einer Investorenvereinbarung mit Conti und den Gewerkschaften verpflichtet, bis zum Jahr 2012 maximal 49,9 Prozent der Conti-Aktien zu halten. Der Rest der angebotenen Papiere wurde an die Banken weitergereicht.

Exchange-Investors-Chef Scheunert spart nicht mit markigen Worten. Für ihn ist die "Blockade-Politik" der Conti-Führungsgremien "zumindest fahrlässig" - ein auch juristisch relevanter Vorwurf. "Der Aktienkurs darf nicht weiter manipulativ nach unten gespielt werden", sagte Scheunert dem Handelsblatt. Er habe Belege, dass der Aktienkurs "seit mehr als einer Woche bewusst im Auftrag von Conti nach unten geprügelt wird". Vergangene Woche hatte die Aktie rund 40 Prozent verloren, nachdem Continentals Finanzvorstand Alan Hippe in New York von einer möglichen Kapitalerhöhung gesprochen hatte. Die Aktie fiel am Montag deutlich unter 17 Euro. Zuletzt hatten mehrere Analysten ihre Kursziele deutlich reduziert. Scheunert sieht in Hippes Vorgehen einen Beleg für seinen Vorwurf, dass der Vorstand und eine befreundete Bank "den Kurs zum Schaden der Aktionäre drücken wollen".

Die Logik dahinter wäre: Ein niedriger Kurs setzt Schaeffler weiter unter Druck. Die Franken hatten am 8. Januar gemäß ihrem Übernahmeangebot 75 Euro pro angediente Conti-Aktie gezahlt. Bislang haben sie für den Deal rund elf Mrd. Euro an Krediten bei einem Bankkonsortium unter Führung der angeschlagenen Royal Bank of Scotland aufgenommen. Angesichts des Verfalls der Conti-Aktie würden die Banken Druck machen, sagt Scheunert: "Bei Conti tobt ein Machtkampf. Die freien Aktionäre und die Arbeitnehmervertreter geraten zwischen die Mühlräder."

Für den Chef des holländischen Hedge-Fonds ist Contis Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg der Hauptgegner: "Was von Grünberg hier macht, ist an der Grenze der Untreue", behauptet Scheunert.

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