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An Japans Spitze

Japans Top Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht: Mit einer verstärkten Internationalisierung und der Entwicklung fortschrittlicher, energiesparender Produkte wollen die Firmen die grassierende Finanz- und die noch kommende Wirtschaftskrise überstehen.

TOKIO. Die Top-Unternehmen machten international gute Geschäfte und verringerten ein wenig ihre Abhängigkeit von den USA. Viele Firmen trumpfen vor dem Hintergrund hoher Energiepreise zudem mit fortschrittlichen, energiesparenden Produkten auf. Volle Kassen ermöglichten im abgelaufenen Geschäftsjahr zudem großzügige Zukäufe im Ausland. Enttäuschend blieb jedoch das Wachstum auf dem Heimatmarkt Japan. Der Autohersteller Toyota beispielsweise erzielt inzwischen 82 Prozent seines Umsatzes im Ausland - Tendenz steigend.

Wer nicht nach Übersee geht, wächst nur schwach. Der traditionsreiche Mischkonzern Hitachi konnte mit seinem Sortiment, das vom Kernreaktor über Eisenbahnwagen bis zur Grafiksoftware reicht, wegen seiner Binnenorientierung nur geringe Gewinnsteigerungen verbuchen.

Grund für die konsequente Internationalisierung: Die Arbeitnehmer in Japan verdienten trotz guter Firmengewinne auch in diesem Jahr nur wenig mehr als vor einem Jahrzehnt. "Die Binnenachfrage blieb sehr flach", sagt Ökonom Martin Schulz vom renommierten Fujitsu-Forschungsinstitut. Wachstum erzielten Japans Großunternehmen zu einem guten Teil im umliegenden Asien. Ein besonders erfolgreiches Beispiel ist Honda: Das Unternehmen bietet mit seiner Motorradsparte genau die richtigen Produkte für Schwellenländer wie Indien und Indonesien - dank ausgetüftelter Hybridtechnik -, aber auch Modeprodukte für Hollywood-Stars.

Nach einer Statistik der Außenhandelsorganisation Jetro gehen derzeit 49 Prozent der Exporte nach Asien, davon 16 Prozent nach China. Die USA kommen auf 18 Prozent. "Vielleicht haben die Japaner sogar ein wenig überinvestiert in Asien", sagt Schulz. Alle Großunternehmen hätten eine Strategie von "China plus eins" gefahren. Damit gemeint sind schwerpunktmäßige Investitionen im regionalen Führungsmarkt China plus einen weiteren Entwicklungsmarkt. Leider hätten sich alle gleichzeitig - neben China - ausgerechnet Vietnam ausgesucht. Der Markt des kleinen Landes konnte die Investitionen aus Nippon jedoch gar nicht aufnehmen. Jetzt drohen Verluste für das regionale Geschäft.

Die viel beschworene "Abkopplung" von Amerika ist das aber noch nicht. Doch die guten Verkaufszahlen in Asien mindern zumindest die Auswirkungen der aktuellen Turbulenzen. Das Jahr der US-Krise war eben auch das Jahr des Olympia-Booms in China.

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