Exklusiver Einblick
Heidelberger Druck arbeitet am Comeback

Heidelberger Druck kämpft sich aus der Krise: Nach dem Einbruch rechnet der größte Druckmaschinenbauer der Welt mit einer Erholung - wenn auch nur schrittweise.

HeidelbergDer Maschinenbauer Heidelberger Druck hat sich aus der tiefsten Krise seiner Geschichte herausgekämpft. Die Staatsbürgschaften in dreistelliger Millionenhöhe, mit denen das Unternehmen 2009 sein Überleben sicherte, sind zurückgezahlt und die Nachfrage nach Druckmaschinen zieht wieder an. Nach dem Absturz auf ein Umsatzniveau von zuletzt 2,6 Milliarden Euro rechnet Heideldruck-Chef Bernhard Schreier mit einer Erholung.

Die wird allerdings nur langsam kommen. "Wir arbeiten Schritt für Schritt auf einen Umsatz von drei Milliarden Euro hin", sagte Schreier im Gespräch mit dem Handelsblatt. Im Anfang April angelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 werde Heideldruck das Ziel sicherlich nicht erreichen. "Aber wir wollen einen guten Schritt in diese Richtung machen." Der Chef des Weltmarktführers äußert sich damit erstmals zu der Erwartung für das laufende Jahr.

Auch beim Ergebnis rechnet Schreier mit einer Verbesserung. Nach tiefroten Zahlen hatte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erzielt. Ab einem Umsatz von drei Milliarden Euro wird Heideldruck einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von mindestens 150 Millionen Euro ausweisen. "Das ist eine Rendite, bei der man von einem gesunden Unternehmen sprechen kann", sagte Schreier. Er schloss nicht aus, dass 2011 auch unter dem Strich ein Überschuss stehen könnte.

Schwache Nachfrage aus den USA Eine konkretere Prognose wird Schreier auch auf der Bilanzpressekonferenz kommende Woche nicht nennen, da es einige Risikofaktoren gibt. So ist die Nachfrage aus dem wichtigen US-Markt sowie aus Südeuropa schwach. "In China und Deutschland laufen die Geschäfte hingegen sehr gut", so Schreier.

Der Markt für Druckmaschinen wird von deutschen Unternehmen dominiert, die mehr als zwei Drittel des Absatzes auf sich vereinen. Neben Heideldruck bauen Koenig & Bauer (KBA) und Manroland diese komplizierten Maschinen, die in 2000 Arbeitsstunden aus 100000 Einzelteilen gefertigt werden. Unangefochtener Branchenprimus ist Heideldruck mit einem Marktanteil von 40 Prozent.

Der Industriezweig war von der weltweiten Rezession hart getroffen worden, die Umsätze halbierten sich fast. Die Anbieter reagierten mit massiven Sparprogrammen, Standorte wurden geschlossen und Stellen gestrichen. Vor neuen Einschnitten ist die Branche jedoch nicht gefeit, wie sich am neuerlichen Abbau von 700 Arbeitsplätzen bei KBA zeigt. Bei keinem der drei Spieler sind die Werke ausgelastet.

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