Expansion bringt 1000 neue Stellen
Autobauer Karmann gibt Gas

Der Osnabrücker Autobauer Karmann baut infolge einer starken Nachfrage nach Cabrio- und Coupe-Modellen in diesem Jahr seine Produktion kräftig aus und schafft 1000 neue Stellen. Allerdings leidet das Geschäft unter dem massiven Preisdruck in der Autobranche.

Reuters OSNABRÜCK. Mit der Auftragsfertigung neuer Modelle für die Autohersteller Audi, Mercedes und Chrysler erwarte Karmann in diesem Jahr einen Anstieg der Fertigung von gut 44 000 auf rund 60 000, teilte Karmann-Chef Bernd Lieberoth-Leden am Mittwoch in Osnabrück mit. Der Großteil der Neueinstellungen in den Werken Osnabrück und Rheine sei bereits erfolgt. Die neuen Mitarbeiter bekämen allerdings zunächst befristete Verträge, um je nach Entwicklung der Nachfrage flexibel reagieren zu können, sagte Lieberoth-Leden.

2002 sank der Absatz infolge der Erneuerung der gesamten Produktion von gut 57 000 auf rund 44.300. Der Gesamtumsatz der Wilhelm Karmann GmbH stieg nach Vorstandsangaben dennoch um rund zwei Drittel auf 2,1 Milliarden Euro. Dies sei zu einem großen Teil auf die Abrechnung von mehrere Jahre dauernden Entwicklungsarbeiten zurückzuführen. Bereinigt um diesen Sondereffekt habe sich der Karmann-Umsatz 2002 trotz des vorübergehenden Produktionsrückganges noch um neun Prozent auf 1,7 Milliarden Euro erhöht. Der Gewinn stieg um 17 Prozent auf 14 Millionen Euro.

Karmann habe binnen 15 Monaten die gesamte Produktion erneuert und drei neue Fahrzeugmodelle sowie zwei Systemkompomenten gestartet. Dieses Tempo sei einmalig in der mehr als 100-jährigen Geschichte des Autobauers, sagte Lieberoth-Leden. Karmann stützt sich damit derzeit auf die Fertigung des Audi A4 Cabriolet (Start Januar 2002), das Mercedes CLK Cabriolet (Dezember 2002), den Chrysler Crossfire Coupe (Februar 2003) sowie das Verdeck für den VW Beetle Cabriolet (November 2002) und Rohkarosse und Dach des Renault Megane Cabriolet (April 2003).

Einen konkreten Ausblick auf die Bilanz für das laufende Jahr wollte der seit November 2002 amtierende neue Karmann-Chef nicht geben. Das erste Halbjahr sei noch von den Kosten für Produktionsanläufe geprägt. Das zweite Halbjahr sei hinsichtlich der Einnahmen entscheidend. Dabei erschwere der weltweite Preisdruck in der Autobranche das Geschäft.

„Der Automobilmarkt ist geprägt durch Überkapazitäten. Das führt zu Verdrängungswettbewerb und einem enormen Preisdruck“, sagte Lieberoth-Leden. Bestes Beispiel sei der US-amerikanische Markt mit einem derzeit ruinösen Wettbewerb. Dies wirke sich natürlich auf die Zulieferer aus. „Das Geschäft war hart, ist hart und wird weiterhin so bleiben“, sagte Lieberoth-Leden.

Mit der Gründung eines neuen Geschäftsbereiches Dachsysteme will Karmann sein Know-How in der Entwicklung und Fertigung von Autodächern stärker als bisher nutzen. Außerdem will das Unternehmen vor allem in den USA in den noch jungen Standort in Plymouth investieren, wo bislang Prototypen und Dachsysteme entwickelt werden können. „Wir werden diesen Brückenkopf in den nächsten Jahren systematisch ausbauen.“ Bereits jetzt seien 50 Prozent der Karmann-Produktion für den US-Markt bestimmt.

Mit den Neueinstellungen erhöht sich die Mitarbeiterzahl in den beiden deutschen Werken Osnabrück und Rheine auf 8100. Hinzu kommen rund 1 000 Arbeitsplätze an den ausländischen Standorten in Portugal, Brasilien, Mexiko und den USA.

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