Expansion
GE investiert unbeirrt in Deutschland

Der Export stockt, viele Firmen kämpfen ums Überleben – Deutschland leidet unter der Wirtschaftsflaute. Aber nicht ganz Deutschland. Der amerikanische Mischkonzern General Electric (GE) sieht keinen Grund, an seinen deutschen Standorten zu kürzen. Im Gegenteil: Das Unternehmen investiert.

MÜNCHEN. „Wir glauben weiter an Deutschland und denken jetzt bereits an die Zeit nach der Krise“, sagte Georg Knoth, Deutschland-Chef von GE, dem Handelsblatt. In Regensburg baut das US-Unternehmen derzeit mit staatlicher Hilfe einen Forschungsstützpunkt für seine Flugzeugsparte. Hoch spezialisierte Mitarbeiter entwickeln hier Turbinenschaufeln für Jet-Triebwerke. Insgesamt gut 100 Mio. Euro hat GE bereits in den vergangenen fünf Jahren in sein deutsches Forschungszentrum investiert.

Mit der Technischen Universität München kooperieren die Amerikaner, um an der Herstellung von Kohlefaserverbundstoffen zu forschen. Fünf Mio. Euro lässt GE sich das kosten. „Wir arbeiten hier an Dingen, die für GE weltweit interessant sind“, betonte Knoth.

Der Konzern stärkt allerdings nicht nur die Forschung in Deutschland – auch die Produktion bauen die Amerikaner aus. In Salzbergen hat GE gerade 160 neue Stellen in der Windkraftsparte geschaffen. 1 200 Mitarbeiter produzieren an dem Standort Turbinen für die ganze Welt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 7 000 Leute hierzulande. Zu Umsatz und Gewinn in Deutschland macht die Firma keine Angaben.

Deutschland ist für GE traditionell ein Markt, der besonders schwer zu erobern ist. Schließlich residiert hier Erzrivale Siemens. In wichtigen Feldern konkurrieren die beiden Unternehmen. Und bisher hatte meistens Siemens die Nase vorn. Umso wichtiger ist für GE ein Vertrag mit der Klinikkette Asklepios, den der Konzern Anfang Juli geschlossen hat. Dabei geht es um den Um- und Neubau von Krankenhäusern unter ökologischen Gesichtspunkten. Das erste Projekt startet gerade in Hamburg. Es soll den Amerikanern die Tür für weitere Großaufträge im Gesundheitsbereich öffnen.

Das Engagement von GE in Deutschland ist aber keine reine Erfolgsgeschichte. Weil die GE Money Bank gegen Sparkassen, Volksbanken und private Institute hierzulande kaum eine Chance hatte, verkaufte Vorstandschef Jeff Immelt die 90 Filialen jüngst an Santander. Darüber hinaus haben die Amerikaner den TV-Kanal „Das Vierte“ abgestoßen, da sie nie über Mini-Quoten hinauskamen.

GE kämpft momentan genauso wie Siemens gegen die globale Wirtschaftsflaute. Die Amerikaner sind allerdings noch deutlich stärker betroffen, da sie eine große Finanzsparte haben. Konzernweit brach der Überschuss im abgelaufenen Quartal um 47 Prozent auf 2,67 Mrd. Dollar (1,9 Mrd. Euro) ein. Das Umsatzminus von 17 Prozent auf 39,1 Mrd. Dollar fiel größer als zuvor von Analysten prognostiziert aus. Zum Vergleich: Die Erlöse von Siemens gaben im selben Zeitraum nur um vier Prozent auf 18,3 Mrd. Euro nach, der Gewinn sank leicht von 1,4 auf 1,3 Mrd. Euro. Allerdings geht GE davon aus, dass die Talfahrt zu Ende ist. Knoth sagte: „Wir sehen Zeichen der Stabilisierung, müssen aber abwarten, wie nachhaltig sie sind.“

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