Expansion
Qiagen will Diagnostik ausbauen

Mit eigenen Neuentwicklungen und weiteren Zukäufen will die Qiagen-Gruppe ihr Geschäft im Bereich der medizinischen Diagnostik deutlich ausbauen. „Der Diagnostikamarkt ist ganz klar die Hauptstoßrichtung unserer Akquisitions-Strategie“, sagte Firmenchef Peer Schatz im Gespräch mit dem Handelsblatt. Bis Ende des Jahrzehnts sollen Diagnostika etwa die Hälfte zu einem kräftig erhöhten Konzernumsatz beitragen.

FRANKFURT. Zum erwarteten Gesamtumsatz von etwa 460 Mill. Dollar im laufenden Jahr dürften Diagnostika bereits rund ein Viertel beitragen. Das mit Abstand größte und erfolgreichste deutsche Biotech-Unternehmen drängt damit zusehends in einen Markt, in dem bisher noch Pharmakonzerne wie Roche und Abbott den Ton angeben. Zudem zeigen in jüngerer Zeit auch Medizintechnikfirmen wachsendes Interesse. Siemens etwa verstärkte sich mit der Übernahme des Labordiagnostika-Geschäfts von Bayer und der amerikanischen Firma Diagnostic Products.

Während bei Siemens Elektronik und Informationstechnik Ausgangspunkt der Expansions-Strategie ist, baut Qiagen vor allem auf sein Know-how in der Biotechnologie und der Aufbereitung von Nukleinsäuren. Das Unternehmen startete in den 80er Jahren als Spezialist für die Isolierung von DNA und entwickelte sich damit zu einem führenden Zulieferer für die aufstrebende Genomforschung. Forschungslabore von Universitäten und Pharmaunternehmen sind bis heute wichtigste Abnehmer des Hildener Unternehmens.

„Wir sind letztlich darauf spezialisiert, molekulare Informationsträger aus biologischen Proben herauszufiltern“, definiert Schatz die Kernkompetenz des Unternehmens. Diese will er künftig noch wesentlich stärker im Bereich der regulären medizinischen Diagnostik nutzen, wo sich gerade ein Wandel in Richtung „molekulare Diagnostik“ vollzieht. Das heißt, Krankheiten und Mikroorganismen werden zunehmend über Genfragmente oder Genaktivitäten nachgewiesen. Der Markt für entsprechende Testsysteme dürfte sich nach manchen Schätzungen in den kommenden zehn Jahren auf mehr als zwölf Mrd. Dollar vervierfachen.

Einen wichtigen Expansionsschritt auf dem Gebiet vollzog Qiagen bereits im vergangenen Jahr mit dem Erwerb der Hamburger Artus GmbH und der chinesischen Firma PG Biotech. Schon heute verfüge Qiagen über das breiteste Angebot an Testsystemen für den Nachweis von Viren und Bakterien. „Und wir werden uns weiter selektiv nach Akquisitionen umschauen“, sagte Schatz.

Auch in anderen Bereich ist der Konzern auf Akquisitionskurs. Mit der US-Firma Gentra etwa, erwarb Qiagen Anfang Mai einen Spezialisten für die Isolierung von DNA aus hochvolumigen Gewebeproben, wie sie vor allem für Biodatenbanken benötigt werden. Insgesamt sollen Zukäufe ein Drittel zum geplanten Wachstum von im Schnitt mindestens 15 Prozent pro Jahr beitragen.

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