Expansion
Reifenhersteller bauen Produktion in Schwellenländern aus

Michelin und Continental investieren Millionen in neue Werke in Asien und Südamerika. Bislang sind beide hauptsächlich in Europa und Nordamerika vertreten. Doch besonders Michelin ist auf Asien angewiesen, will es mit dem japanischen Konkurrenten Bridgestone im Kampf um die Weltmarktführerschaft mithalten.
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PARIS/HAMBURG. Trotz Krise wollen die Reifenhersteller Michelin und Continental ihre Expansion in den Wachstumsmärkten Brasilien, Russland, Indien und China vorantreiben. "In China wollen wir die Kapazität des Werkes in Shenyang verdoppeln. Wir hoffen, nächstes Jahr mit den Bauarbeiten beginnen zu können", sagte Michelin-Chef Michel Rollier in Moskau. Das Volumen liege ungefähr bei dem, was man derzeit in Indien investiert. Vor kurzem hatte der französische Reifenhersteller den Bau eines neuen Werkes für Lkw-Reifen in Südindien für 870 Mio. Dollar angekündigt. Auch die beiden Werke in Brasilien sollen erweitert werden. "Dann ist Russland dran", sagte Rollier.

Auch der deutsche Rivale Continental gibt Gas: "China fehlt uns noch in unserem globalen Pkw-Reifen-Portfolio. Deshalb haben wir nach langer Analyse beschlossen, dort ein Werk für rund 180 Mio. Euro zu bauen", sagte Nikolai Setzer, Pkw-Reifen-Vorstand Continental, dem Handelsblatt. "Durch die Krise hat sich das etwas verzögert, wir wollen aber Ende 2010, Anfang 2011 mit der Produktion starten." Die Kapazität solle zunächst bei vier Millionen Reifen liegen, könne aber auf bis zu zehn Millionen Reifen ausgebaut werden.

Michelin kämpft mit dem japanischen Reifenkonzern Bridgestone um die Weltmarktführerschaft. Die Franzosen stehen vor einem Dilemma: Sie produzieren vor allem in den klassischen Industrienationen in Europa und Nordamerika. Doch das Nachfragewachstum bei Lkw- und Pkw-Reifen findet sich zunehmend in Märkten wie Südamerika und China. Continental hat zwar früh die Produktion auf kostengünstige Standorte wie die Slowakei und Tschechien ausgedehnt, ist aber in Asien industriell kaum vertreten. Marktführer Bridgestone ist da im Vorteil: Die Japaner haben weltweit 76 Reifenwerke, 17 davon in der Region Asien/Pazifik-Raum - davon vier in China - und zehn in Lateinamerika.

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