Expansion
Volkswagen stellt neue Mitarbeiter ein

Bis 2018 will der Autokonzern die Zahl seiner Beschäftigten um 50.000 erhöhen. Arbeitssuchende in Europa werden davon allerdings kaum profitieren. Der Einfluss des Betriebsrats nimmt jedoch weltweit zu.
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HamburgDer Autokonzern Volkswagen will bis 2018 die Beschäftigtenzahl von derzeit rund 550.000 auf gut 600.000 Menschen ausbauen. Allerdings werden die meisten davon nicht in der Heimatregion arbeiten. „Angesichts der Absatzkrise in Europa müssen wir bei den Einstellungen genau darauf achten, wo wir uns personell verstärken“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Handelsblatt. „Volkswagen wächst und stellt deshalb weiter in der Produktion ein, aber weniger in Europa, sondern stärker in China“, so der Betriebsratschef, der im Präsidium des VW-Aufsichtsrats sitzt.

Bereits heute arbeitet mit fast 300.000 Beschäftigten die Mehrheit der Belegschaft des Konzerns im Ausland – gut die Hälfte davon ist außerhalb Europas im Einsatz. Eine Folge der Internationalisierung ist die Ausweitung der deutschen Mitbestimmung auf davon bisher unberührte Regionen. „Bei VW ist die Kultur der Mitbestimmung ein Erfolgsfaktor“, so Betriebsratschef Osterloh. Weltweit gebe es an allen Standorten im Konzern Modelle der Interessenvertretung der Beschäftigten auf Basis nationaler Rahmenbedingungen.

„Auch für den Standort Chattanooga arbeiten wir an einem solchen Modell der Mitbestimmung“, sagte Osterloh mit Blick auf das 2011 eröffnete Werk in Tennessee, im Süden der USA. Allerdings stößt genau das dort auf Gegenwehr. „Ich würde es hassen, wenn irgendetwas passiert, das die Produktivität des Werkes schädigt oder Investitionen in Chattanooga abschreckt“, zitierte die „Times Free Press“ Gouverneur Bill Haslam.

Volkswagens Betriebsratschef Osterloh befremdet es dagegen, „dass ein Politiker, der sicherlich auf dem Boden der Demokratie steht, sich so scharf gegen ein demokratisches Recht von Arbeitnehmern wendet“, sagte er dem Handelsblatt.

Europas größte Autohändler

Neuwagen-Verkäufe 2010

in Tausend


Osterloh steht seit Juni 2005 an der Spitze des Betriebsrats. Im März 2014 tritt er wohl zum letzten Mal bei der Betriebsratswahl an. Der 56-Jährige muss dann in der neuen Amtszeit bis 2018 die Weichen für einen geordneten Generationswechsel stellen. Mit seinem neuen Stellvertreter Stephan Wolf, der zehn Jahre jünger ist als er, läuft sich ein Anwärter auf die Nachfolge warm. „Stephan Wolf und ich sind ein gutes Tandem“, sagte Osterloh.

Über den Vorsitz entscheiden die 65 Betriebsräte in Wolfsburg. Bei Volkswagen soll der Betriebsrat perspektivisch nicht nur jünger, sondern auch weiblicher werden. Von den 65 Mitgliedern des Gremiums sind 15 weiblich. „Mittelfristig wünsche ich mir, dass der Anteil von Frauen noch stärker zunimmt“, sagte Osterloh. „Das gilt auch für die Spitze des Betriebsrates.“

Kommentare zu " Expansion: Volkswagen stellt neue Mitarbeiter ein"

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  • das ist nur logisch, dass man die Nähe zu Absatzmärkten sucht und dort Kapazitäten ausbaut. Nur wie passt das ganze in die Logik neoliberaler Politik, dass die Nachfrage und damit Absatzmöglichkeiten sch.... egal sind?

    Heißt es nicht immer, wenn man nur alles in Europa kurz und kleinspart, dann kommt der wirtschaftliche Erfolg. Oder sorgt man hier langfristig dafür, dass sich Europa bald als Absatzgebiet nicht mehr lohnt?

    Island ist ohne Sozialkürzungen besser durch die Krise gekommen als die Länder mit Kürzungsorgien.

    In DE braucht man bei Wirtschafts"experten" dringend mehr Meinungsvielfalt. Einige Fragen wären da noch zu klären.

  • In jedem Markt wird hon und wieder die Suppe salzig, deswegen kann man nicht ausschließlich beim heimischen Kotlett bleiben.
    Zum Thema Gewerkschaften kann ich nur sagen, Vorsicht vor Blockadepolitik, wie z.B. bei Mercedes. Ein brillianter Manager wie Bernhard wird dort seit über 10 Jahren ausgebremst, schlichtweg, weil er den Gewerkschaften unbequem ist mit der Folge, das der Stern der Konkurrenz hinterher läuft. Auch die Korruptionsskandale mit Gewerkschaftlern bei VW sollte man nicht vergessen.
    Ferner kommen oft linientreue Gewerkschaftler an Schaltstellen, seien es Positionen im Vorstand oder als Manager, denen es an Qualifikation und Eignung fehlt.
    Hier ist so manches im Argen und das heutige System hat seine Schwachstellen.

  • "rénmín ché, quiché"
    (Volkswagen, das Auto)

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