Expansionskurs bremst Zuwachs
Toyota-Gewinn stagniert

Toyota ist auch im abgelaufenen Geschäftsjahr der profitabelste Autohersteller der Welt gewesen. Doch der operative Gewinn stieg trotz einen reichlichen Umsatzzuwachses nur wenig. Der Expansionskurs hinterlässt Spuren.

HB TOKIO. Das operative Ergebnis erhöhte sich in dem Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2004/2005 nur noch geringfügig um 0,3 % auf 1,67 Billionen Yen (etwa 12,3 Mrd. €), wie der japanische Marktführer am Dienstag in Tokio mitteilte. Gleichzeitig stieg der Umsatz um über sieben Prozent deutlich auf 18,55 Billionen Yen. Die Zahl der weltweit abgesetzten Fahrzeuge steigerte Toyota um zehn Prozent auf rund 7,41 Mill. Einheiten. Branchenexperten halten es für möglich, dass der Gewinnzuwachs von Toyota im laufenden Jahr zum Stillstand kommt, da der Konzern die hohen Rohstoffkosten schultern muss. Außerdem schlagen Investitionen in neue Werke und die Entwicklung neuer Automodelle zu Buche, mit denen Toyota die steigende Nachfrage befriedigen will.

Während Weltmarktführer General Motors zwischen Januar und März den höchsten Quartalsverlust seit über einem Jahrzehnt machte, verbuchte Verfolger Toyota im gleichen Zeitraum einen Gewinnrückgang. Der kam zu Stande, weil der Vorjahreswert wegen Sondereffekten höher ausgefallen war. Der größte japanische Autobauer deutete an, dass die Gewinnstagnation anhalten könne und machte dafür neben dem schwachen Dollar Ausgaben für neue Werke sowie in die Modellentwicklung verantwortlich. „Es muss eine Pause geben, weil wir mehr für Expansion und Forschung und Entwicklung ausgeben, um unsere Zukunft zu sichern“, sagte Unternehmens-Präsident Fujio Cho.

Für das Schlussquartal von Januar bis März wies Toyota einen operativen Gewinn von 383 Mrd. Yen aus und verfehlte damit die Markterwartungen von 455 Mrd. Yen. Der Reingewinn verringerte sich um 17,2 % auf 290,7 Mrd. Yen.

Toyota fährt seit einiger Zeit auf allen maßgeblichen Weltmärkten auf Expansionskurs. Allein in den vergangenen Monaten hat der japanische Konzern Pläne für den Bau neuer Fabriken und den Ausbau existierender Standorte in Russland, Thailand und Indonesien verkündet. In Nordamerika, wo die Konkurrenten GM und Ford wegen Marktanteilsverlusten und schwacher Absätze ihre Produktion zurückfahren, erwägt Toyota den Bau eines siebten Werks.

Im laufenden Geschäftsjahr 2005/2006 (per Ende März) will Toyota den weltweiten Absatz um sechs Prozent auf 7,85 Mill. Fahrzeuge steigen. 2006 soll die Marke von 8,5 Mill. verkauften Fahrzeugen erreicht werden. Damit käme Toyota Weltmarktführer GM näher. Der verkaufte im vergangenen Jahr weltweit 8,9 Mill. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge.

Auf dem weltweit wichtigsten Automarkt Nordamerika haben die japanischen Autobauer ihren gemeinsamen Marktanteil zuletzt auf das Rekordniveau von knapp 33 % gesteigert. Sie profitierten dabei vor allem von ihrem starken Angebot an sportlichen Geländewagen (SUV) und umweltfreundlichen Hybrid-Autos. Im April hatte Toyota die US-Tochter des deutsch-amerikanischen DaimlerChrysler-Konzerns, Chrysler, als drittgrößten Autobauer in den USA abgelöst.

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