Expansionspläne
Bahn und Siemens zielen auf den US-Markt

Rollen ICEs bald auch durch die USA? Siemens und die Deutsche Bahn liebäugeln einem Zeitungsbericht nach mit einem Einstieg in das US-Eisenbahn-Geschäft. Anlass ist das US-Konjunkturprogramm, das Milliardeninvestitionen in die marode Bahn-Infrastruktur vorsieht. Doch erst müsste ein größerer Stolperstein aus dem Weg geräumt werden.

HB HAMBURG/MÜNCHEN. Siemens und Deutsche Bahn liebäugeln mit dem US-Eisenbahn-Geschäft. Anlass ist das US-Konjunkturprogramm, das Milliardeninvestitionen in die marode Bahn-Infrastruktur mit insgesamt elf Projekten vorsieht. Sowohl Siemens als auch die Bahn bewerteten das als interessanten Markt, berichtete der „Spiegel“ am Wochenende. Allerdings gibt es dem Bericht zufolge einen Stolperstein – den Streit über den teuren Austausch der ICE-Achsen.

Die US-Regierung will unter anderem Hochgeschwindigkeitstrassen zwischen Metropolen wie Miami und Orlando sowie San Francisco und Los Angeles bauen. In einem deutschen Konsortiums könnte Siemens Züge und Verkehrstechnik liefern, während die Bahn sich als Betreiber bewerben könnte. Die konzerneigene Consulting-Firma DB International beschäftigt sich bereits mit dem Projekt.

Bei der Bahn knüpft man die US-Zusammenarbeit mit Siemens allerdings an eine Bedingung. Beide Unternehmen streiten nach dem ICE-Achsen-Debakel noch darüber, wer die Kosten für den Austausch der problematischen Bauteile übernehmen soll. In dieser Streitfrage hatten sich Bahn-Chef Rüdiger Grube und Siemens-Chef Peter Löscher zuletzt angenähert. Dennoch heiße es bei der Bahn: „Solange diese Kuh nicht vom Eis ist, wird es keine gemeinsamen US-Pläne geben.“

Intern kämpft Siemens mit den Nachwirkungen der Korruptionsaffäre. Knapp zwei Dutzend Ex- Angestellte im In- und Ausland hätten gegen ihre fristlose Kündigung oder Beendigung ihrer Verträge in Folge des Schmiergeldskandals geklagt, berichtete der „Spiegel“ am Wochenende. Darunter sei auch der ehemalige Finanzchef der Kommunikationssparte, Michael Kutschenreuter.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins schickte der Konzern dem einstigen Top-Manager, der sich ab Herbst vor dem Münchner Landgericht wegen des Vorwurfs der Bestechung und Untreue verantworten muss, im Dezember 2007 vier fristlose Kündigungen. Das Münchner Oberlandesgericht erklärte sie in der Zwischenzeit allesamt für unwirksam, da Siemens wichtige Fristen versäumt habe. Sollten die Streitparteien sich nicht einigen, muss sich demnächst der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigen.

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