Expansionspläne
VW bläst in Indien zur Aufholjagd

Europas größter Autohersteller VW will den Rückstand auf seine indischen Konkurrenten verkürzen. Bislang fehlen dem Konzern dazu schlichtweg die benötigten Modelle, denn ein Großteil der gefragten Kleinstwagen kosten unter 5 000 Euro. Um dieses Preisniveau zu erreichen, liebäugelt VW mit einer Kooperation mit Suzuki.

NEU-DELHI/HAMBURG. Volkswagen verstärkt seine Anstrengungen in Indien und will den Absatz vervielfachen. Das sagte Produktionsvorstand Jochem Heizmann dem Handelsblatt. Um seinen weltweiten Expansionsplan zu erfüllen, muss der deutsche Autokonzern Volkswagen dringend den Rückstand in Indien aufholen. Das Land habe für VW eine hohe strategische Bedeutung, sagte Heizmann. Der VW-Manager will in den nächsten vier bis sechs Jahren mit den Marken VW, Audi und Skoda acht bis zehn Prozent des indischen Pkw-Marktes erobern. Das Ziel sei sehr ehrgeizig, räumte Heizmann ein: „Aber wir glauben, dass VW in Indien dieses Entwicklungspotenzial hat.“

Bislang trägt in Indien jedes zweite neue Auto das Signet von Marktführer Maruti, der zum japanischen Hersteller Suzuki gehört, aber lokal produziert. Gut 20 Prozent des Marktes entfallen auf den koreanischen Aufsteiger Hyundai. VW kommt nur auf einen Marktanteil von wenig mehr als einem Prozent. 2008 verkaufte VW auf dem für Westkonzerne schwierigen indischen Markt gerade einmal 18 731 Autos, davon 16 051 der tschechischen Tochter Skoda. Die Kernmarke VW kam auf 1 630 Fahrzeuge. Die gleiche Menge verkauft Maruti an einem Tag. Im vergangenen Fiskaljahr bis Ende März wurden in Indien insgesamt 1,22 Mio. Pkw verkauft. Bis Ende Juni wuchs der Markt um weitere zehn Prozent.

VW-Chef Martin Winterkorn will den Konzernabsatz weltweit von derzeit mehr als sechs Mio. Fahrzeuge pro Jahr bis 2018 auf mehr als elf Mio. Stück steigern. Dazu muss er den Verkauf in den Problemregionen USA, Südostasien und eben Indien tüchtig ankurbeln.

Doch bislang fehlen die in Indien benötigten Modelle. Ein Großteil der gefragten Fahrzeuge für die aufstrebende Mittelschicht des Subkontinents sind Kleinstwagen für unter 5 000 Euro – für westliche Hersteller eine nahezu unerreichbare Preisgruppe. Die VW-Spitze liebäugelt deshalb mit einer Kooperation mit Suzuki, besonders in Indien und Südostasien. Vorgespräche laufen bereits. Da es allerdings weitere Interessenten für eine Zusammenarbeit mit den erfolgreichen Japanern gibt, versucht VW das Thema niedrigzuhängen. „Es gibt im Moment keine konkreten Pläne an dieser Stelle“, sagte Heizmann. Ein hochrangiger indischer Automanager sagte, es sei schwer vorstellbar, dass die Kooperation zustande komme, weil Suzuki damit einen potenziellen Konkurrenten aufpäppeln würde.

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