Expansionspläne
VW will Fiat-Fabrik in China kaufen

Rund eine Million Fahrzeuge kann Volkswagen in China pro Jahr produzieren. Zu wenig für einen boomenden Automarkt wie China: Im nächsten Jahr soll die Volksrepublik zum größten Absatzmarkt des Autobauers heranwachsen – noch vor Deutschland. Damit das gelingt, will VW unter anderem ein Werk des Konkurrenten Fiat kaufen.

PEKING. Volkswagen will in China seine Produktion deutlich ausbauen und prüft dafür die Übernahme einer Fabrik von Konkurrent Fiat. Shanghai Volkswagen - das Joint Venture von VW und dem chinesischen Autobauer SAIC Motor - müsse seine Produktionskapazität erweitern, um die steigende Nachfrage in China befriedigen zu können, sagte ein Unternehmenssprecher gestern in China. "Es gibt mehrere Optionen. Nanjing wäre eine davon", sagte er mit Bezug auf das im Osten Chinas gelegene Fiat -Werk.

VW kann in China rund eine Million Fahrzeuge pro Jahr produzieren. "Wir sind voll ausgelastet", sagte VW-China -Chef Winfried Vahland dem Handelsblatt. Darum müsse Volkswagen die Produktion vor Ort "unbedingt" ausbauen. VW prüft aber auch die Übernahme von Fabriken chinesischer Hersteller. "Wenn solche Standorte in unsere Strategie passen, werden wir sie übernehmen", sagte Vahland dem Handelsblatt.

Die Entscheidung soll noch im April bekanntgegeben werden, vermutlich zur Pekinger Automesse, die am 20. April beginnt. Auf der Autoschau werde der Konzern zudem drei "Weltpremieren" präsentieren, kündigte Vahland an. Neben einem neuen Audi -Modell zeige VW "zwei völlig neue und für den chinesischen Markt entwickelte" Mittelklasse-PKWs. Die beiden neuen VW -Modelle, die umgerechnet rund 11 000 Euro kosten werden, sollen laut Vahland den VW -Absatz in China kräftig ankurbeln. VW bietet mit seinen Marken Audi, Skoda und VW momentan 14 PKW-Modelle in China an.

Chinas Automarkt boomt seit Jahren. Das hat etliche Hersteller auf den Markt gelockt. Inzwischen gibt es aber große Überkapazitäten, denn viele heimische Autobauer können ihre Expansionspläne nun nicht finanzieren. Chinas PKW-Industrie, mit mehr als 80 Marken die vielfältigste der Welt, steht darum vor einer Konsolidierung. Letztlich dürften nur fünf große Automarken aus China überleben, erwarten Analysten. Daimler -Partner Chery gilt als ein Kandidat, heißt es bei den Marktbeobachtern von Global Insight. Der Anteil der chinesischen Marken, der derzeit bei 27 Prozent liegt, dürfte bis 2012 auf 40 Prozent steigen. "Es gibt eine Menge Chancen für lokale chinesische Marken", sagt John Zeng, Analyst bei Global Insight.

Seite 1:

VW will Fiat-Fabrik in China kaufen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%