Expansionsstrategie
Thyssen-Krupp setzt auf Zukäufe

Mitten in Krise rüstet sich der Industriekonzern Thyssen-Krupp für Akquisitionen, um seine Abhängigkeit von schwachem Stahlgeschäft und der Automobilindustrie zu verringern. Zur Finanzierung dieser Expansionsstrategie drückt Vorstandschef Ekkehard Schulz auf die Kostenbremse und stellt Teile der Dienstleistungssparte, sogenannte Services zum Verkauf.

DÜSSELDORF. Davon verspricht er sich einen Erlös von über eine Mrd. Euro. „Wir tun das alles mit dem Ziel, unser Pulver trocken zu halten“, sagte Schulz. Bereits zum Ende des kommenden Jahres könnten sich Möglichkeiten für Zukäufe ergeben. Er spekuliert darauf, dass die Bewertungen von Konkurrenzunternehmen bis dahin weiter sinken. Derzeit seien diese zu hoch.

Die Vorstände der fünf Geschäftsfelder haben sich auf Akquisitionen eingestellt. „Alle Sparten haben ihren Wunschzettel an Zukaufzielen vorbereitet“, sagte Schulz. Zum Zuge kommen dürften die Wachstumssparten Aufzüge (Elevator) und Dienstleistungen, weniger dagegen Thyssen-Krupp Steel oder Stainless. Bereits in den vergangenen Jahren hat der Konzern den Großteil der Akquisitionen in diesen Bereichen getätigt. Gestärkt wurde vor allem die Aufzugsparte, die nach Otis und Schindler weltweit auf Rang drei liegt. Der Konzernarm bewährt sich auch in konjunkturell schwierigen Zeiten, da Thyssen-Krupp Elevator für bestehende Aufzüge und Fahrtreppen Dienstleistungen erbringt.

Mit seiner Strategie will Schulz die Abhängigkeit vom zyklischen Stahlgeschäft und Automobilbau verringern und zugleich beweisen, dass seine früher oft von Analysten kritisierte Strategie richtig war. Die Konglomeratsstruktur von Thyssen-Krupp mit unterschiedlichen Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen machen den Konzern gemeinhin unabhängiger von konjunkturzyklischen Schwankungen.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2007/2008 erzielte der Ruhrkonzern über die Hälfte seines Umsatzes von 53,4 Mrd. Euro mit der Fahrzeugindustrie, die beim Abflauen der Weltkonjunktur in die Krise gerutscht ist. Ein schnelles Ende der Absatzflaute erwartet der Thyssen-Chef nicht, wie er mit Verweis auf hohe Überkapazitäten in der Autobranche ausführte.

Die Krise der Autokonzerne kommt für Thyssen-Krupp zu einem ungelegenen Zeitpunkt, steigt doch die Abhängigkeit von dem Industriezweig. Deutschlands größter Stahlproduzent baut für über sieben Mrd. Euro eine neue Hütte in Brasilien und ein Walzwerk im Süden der Vereinigten Staaten, deren Produktion für die US-Autokonzerne vorgesehen ist.

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