Experte erwartet weiteren Jobabbau bei Opel
"Brot-und-Butter-Autos sind zu teuer"

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ist überzeugt, dass mit dem angekündigten Abbau von 12 000 Stellen beim Autobauer General Motors und der Tochter Opel „noch lange nicht das Ende der Fahnenstange“ erreicht ist. Auch VW will deutlich sparen. Bei anderen Autobauern läuft es hingegen rund.

HB RÜSSELSHEIM/MÜNCHEN. GM habe auch bei der Getriebe- und Motorenproduktion im Verbund mit Fiat einen Überhang von europaweit mehr als 2000 Stellen, schreibt der Leiter des Forschungszentrums Automotive Research an der FH-Gelsenkirchen in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. „Spätestens Anfang 2005 muss GM bei seinen Töchtern Kapazitäten und Personal weiter beschneiden“, erwartet Dudenhöffer.

Bei den laufenden Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Management um die Zukunft der Opel-Mitarbeiter gibt es unterdessen aber offenbar Fortschritte. „Es geht konstruktiv voran“, sagte eine Unternehmenssprecherin in Rüsselsheim. Der Betriebsrat sprach von einem „Schritt nach vorn“. „In den Gesprächen steht nun die Kostenreduzierung an erster Stelle, und nicht mehr der Stellenabbau“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz der Deutschen Presse-Agentur. Dennoch sei klar, dass es ohne einen Arbeitsplatzabbau nicht gehe. „Das zu glauben, wäre eine Illusion.“ Der Betriebsrat setze sich dafür ein, den Abbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

Die Gespräche wurden am Montagabend ohne Ergebnis vertagt und sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Beide Seiten rechnen mit langwierigen Verhandlungen, die sich bis in den November hineinziehen werden. Da sehr viel auf dem Spiel stehe, werde man sich genügend Zeit nehmen, hieß es in Rüsselsheim. Die Bürgermeister der Opel- Städte Bochum, Kaiserslautern und Eisenach werden am Mittwoch in Rüsselsheim zusammen kommen und den Schulterschluss im Kampf gegen den Jobabbau suchen.

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