Experten befürchten Verzögerungen bei zweiter Tranche des Kampfjets
Technische Probleme gefährden die Erfolgschancen des Eurofighters

Über dem Eurofighter-Programm ziehen dunkle Wolken auf: Jüngst aufgetretene technische Problemen könnten die Verhandlungen über die zweite Tranche verzögern, befürchten Experten. Dabei geht es um 236 Kampfjets, die ab 2006 ausgeliefert werden sollen. Zudem versorgen die Kinderkrankheiten des Eurofighters die Konkurrenten mit Munition gegen das europäische Prestigeprojekt.

DÜSSELDORF. Nachdem das Aufblinken einer Warnleuchte im Bremssystem zum Stopp von Testflügen geführt hatte, müssen nun bei einigen der bereits ausgelieferten Jets Teile der Triebwerke wegen Qualitätsproblemen ausgetauscht werden. Verantwortlich dafür sind nach Brancheninformationen fehlerhafte Teile des britischen Triebwerksherstellers Rolls-Royce. Die Turbine des Eurofighters baut das Konsortium Eurojet, dem auch die deutsche MTU Aero Engine, die italienische Avio und ITP aus Spanien angehören.

Dabei konnte das Eurofighter- Konsortium aus BAE Systems, EADS und Finmeccanica in Singapur gerade einen Erfolg verbuchen. Beim dort laufenden Wettbewerb gelang es der „Typhoon“ – wie der Eurofighter für den Export genannt wird – kürzlich die amerikanische F-16 auszustechen. Der US-Rüstungshersteller Lockheed Martin baut den zur Zeit meist verkauften Kampfjet der Welt. Mit im Rennen sind nun noch die französische Rafale und die F-15 von Boeing. „Die Konkurrenten werden versuchen, die Probleme beim Eurofighter auszunutzen“, meint Sascha Lange, Rüstungsexperte bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik. Das sorgt für Verunsicherung.

Der asiatische Stadtstaat will spätestens ab 2007 die Zahl der im Einsatz befindlichen Jet-Typen reduzieren und einen Teil der Flotte erneuern. Zwar geht es zunächst nur um acht bis zwölf Maschinen, Branchenanalysten von Goldmann Sachs erwarten aber, dass Singapur langfristig 48 neue Flugzeuge mit einem Gesamtwert von 4 Mrd. Euro bestellen könnte. Mitte 2004 soll eine endgültige Entscheidung fallen, wer den Auftrag erhält.

„Singapur ist ein wichtiger Testmarkt für die neue Generation von Kampfjets“, heißt es bei Goldman Sachs. Dies gilt vor allem für die europäischen Hersteller Eurofighter und Rafale. „Die Frage, wann und mit welchen Fähigkeiten die zweite Tranche des Eurofighters ausgeliefert werden soll, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für den Export“, sagt Craig Hoyle, Experte beim Branchendienst „Jane’s Defence“.

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