Experten empfehlen Mittel
Bayer fällt ein Stein vom Herzen

Erleichterung in Leverkusen. Experten empfehlen die Zulassung eines Schlaganfallmittels - einem möglichen Blockbuster. Für den Pharmahersteller geht es um einen Umsatz in Milliardenhöhe. Aber noch ist Bayer nicht durch.
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College Park/FrankfurtDie Chancen für eine Zulassung des neuen Schlaganfallmittels von Bayer auf dem weltgrößten Pharmamarkt USA sind gestiegen. Ein Gremium von Medizinexperten, das für die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA über das Präparat beriet, stimmte am Donnerstag mit neun zu zwei Stimmen dafür, das Präparat zuzulassen. Allerdings gab es in dem Beratergremium unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Wirksamkeit der Tablette im Vergleich zu dem Standardmittel Warfarin. Xarelto ist aktuell der größte Hoffnungsträger der Bayer-Pharmasparte. Bayer arbeitet bei dem Präparat mit dem US-Pharmariesen Johnson & Johnson (J&J) zusammen, der in den USA die Vertriebsrechte besitzt. Bei einer Zulassung würde Bayer mit bis zu 30 Prozent an den Xarelto-Umsätzen in den USA beteiligt.

Die Arznei soll zum Schutz vor Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern, einer häufigen Herzrhythmusstörung, auf den Markt kommen. Bayer und J&J erwarten, dass die US-Gesundheitsbehörde nun Anfang November ihre endgültige Entscheidung trifft. Dabei haben die Empfehlungen des Expertengremiums großes Gewicht.

Xarelto gehört zu einer neuen Gruppe von Medikamenten, die das jahrzehntealte patentfreie Standardmittel Warfarin in diesem Behandlungsfeld ablösen sollen. Warfarin ist nicht leicht zu dosieren, häufige Blutkontrollen sind notwendig. Zudem müssen Diätvorgaben eingehalten werden. Den zumeist älteren Patienten fällt dies häufig schwer. Analysten gehen daher von einem Riesenmarkt für die neuen Medikamente aus: Sie taxieren das Marktpotenzial weltweit auf zehn bis zwanzig Milliarden Dollar.

„Ich habe die Probleme gesehen, die viele Patienten mit Warfarin haben“, sagte Philip Sager vom Cardiac Safety Research Consortium in San Francisco und Mitglied des Beratergremiums. „Ich glaube, es gibt einen sehr großen ungedeckten medizinischen Bedarf an neuen Therapien.“

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