Experten erwarten Marktrückgang
US-Autobauer kürzen Produktion

Die großen drei US-Automobilhersteller fahren die Produktion auch 2008 nach unten. Der größte US-Hersteller General Motors (GM) wird nach Angaben der US-Fachzeitung "Automotive News" und der Marktforscher von CSM Worldwide im ersten Quartal 10,6 Prozent weniger Autos als im Vorjahr herstellen. Ford plant Kürzungen von sieben Prozent. Der in diesem Jahr von Daimler an den Finanzinvestor Cerberus abgegebene Chrysler-Konzern will in den ersten vier Monaten sogar 15 Prozent weniger Fahrzeuge herstellen.

STUTTGART. Auslöser sind Prognosen, nach denen der Fahrzeugabsatz in den USA 2008 erstmals seit zehn Jahren unter die Grenze von 16 Millionen Autos rutschen wird. Darüber hinaus wollen die US-Hersteller der Überproduktion Einhalt gebieten und sich gegen ruinöse Rabatte wehren. Toyota, der größte Konkurrent der "big three" aus Detroit, plant das Gegenteil: Die Japaner wollen ihre Produktion nächstes Jahr in den USA erhöhen. Damit könnte Toyota seinen US-Marktanteil weiter erhöhen und gefährlich nahe an den Marktführer General Motors heranrücken.

In den USA werden nach Einschätzung des Gelsenkirchener Instituts für Automobilwirtschaft in diesem Jahr 16,15 Millionen Fahrzeuge verkauft - 400 000 weniger als 2006. Und 2008 sollen es noch weniger werden, nämlich 15,9 Millionen Fahrzeuge. 2007 verkaufte allein GM mit einem Absatz von 3,9 Millionen Fahrzeugen fast 330 000 Fahrzeuge weniger als im Vorjahr, hat Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ermittelt. Als Grund geben Experten die Immobilienkrise an, durch die die Kaufkraft der Verbraucher geschwächt und damit der Autoabsatz gedämpft wird. Die drei großen, angeschlagenen US-Automobilhersteller richten sich mit der Reduzierung der Produktion bereits auf die neue Talfahrt auf ihrem Heimatmarkt ein.

Erste Sanierungserfolge wie bei GM drohen sich in Luft aufzulösen. Die US-Hersteller wollen zwar die Überproduktion stoppen und sich damit gegen die ruinöse Rabattschlacht im Heimatmarkt stemmen. Doch ein mächtiger Wettbewerber könnte jetzt versuchen, aus der Entwicklung Nutzen zu ziehen und ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Vergangene Woche äußerte Weltmarktführer Toyota die Absicht, seine Produktion in den USA um 6,5 Prozent auszuweiten. Und den Absatz wollen die Japaner in den USA um mindestens drei Prozent nach oben schrauben. Amerikanische Autoexperten befürchten, dass Toyota die Gewinne aus der Vergangenheit für Rabatte einsetzt, um weitere Marktanteile zu erobern. Damit würde sich der Marktanteil Toyotas von 17 auf 17,4 Prozent erhöhen und die Japaner noch näher an die bedrohte Führungsposition von GM auf dem Heimatmarkt heranführen. Dadurch würde sich der Niedergang der einst führenden US-Autoindustrie im kommenden Jahr bei sinkendem Gesamtmarkt fortsetzen.

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