Experten rechnen mit Übernahmen in der Branche für Rezeptfreie Medikamente
Drogeriekette Boots pokert bei Clearasil und Co. hoch

Die britische Drogeriekette Boots erwartet für den bevorstehenden Verkauf ihrer Tochter Boots Healthcare International (BHI) einen Erlös von mehr als 1,7 Mrd. Pfund.

FRANKFURT. Analysten dagegen sehen den Wert der Sparte, deren bekanntestes Produkt das Hautpflegemittel Clearasil ist, eher bei 1,4 bis 1,5 Mrd. Pfund. Boots Selbstbewusstsein rührt daher, dass die Branchenteilnehmer zunehmend versuchen, sich durch Übernahmen zu stärken. Experten erwarten eine Fusionswelle, die die Preise noch weiter nach oben treibt.

Selbst bei einem Preis von 1,4, Mrd. Pfund würde das britische Unternehmen mit fast dem Dreifachen seines Umsatzes bewertet, und damit deutlich höher als vergleichbare Hersteller so genannter OTC-Medikamente. Als OTC-Produkte - over the counter - bezeichnet man rezeptfreie Medikamente. Bei dem Erwerb der OTC-Sparte von Roche zahlte Bayer Ende 2004 nur gut das Doppelte des Umsatzes. Novartis legte für einen Teil der OTC-Aktivitäten von Bristol-Myers vor wenigen Monaten rund das Zweieinhalbfache des Umsatzes auf den Tisch.

Mit Boehringer Ingelheim wird in den nächsten Monaten möglicherweise ein weiteres Unternehmen den Markt für OTC-Firmen testen. Boehringer prüft Optionen für ihre Tochter Pharmaton, die etwa 150 Mill. Euro Umsatz mit Ginseng- und Vitaminprodukten erzielt. Ein kompletter Rückzug aus dem OTC-Geschäft steht für den Ingelheimer Konzern aber nicht zur Debatte.

Die geplanten Transaktionen untermauern die Tendenz zur Neuordnung in diesem Teilsektor der Pharmabranche. Ist das Geschäft bislang noch relativ stark fragmentiert und durch regionale Marken geprägt, versuchen einzelne Akteure globale Positionen aufzubauen. Gleichzeitig entwickeln auch klassische Konsumgüter-Konzerne wie Procter & Gamble oder nun auch Reckitt Benckiser zusehends Appetit auf das Gesundheitsgeschäft. "Diese Konzerne verstehen sehr viel davon, globale Marken aufzubauen", sagt Rolf Fricker, Pharmaexperte der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Zudem bietet der Sektor nach Daten der Marktforschung IMS Health vergleichsweise attraktive Wachstumsraten von vier bis sechs Prozent.

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