Experten sehen Daimler-Entscheidung positiv
Branchenexperte: Daimler setzt Japaner unter Druck

Die Entscheidung von Daimler-Chrysler, keine weitere Milliarden an die kränkelnde japanische Beteiligung Mitsubishi zu überweisen, wird von vielen Experten als richtiger Schritt für den Konzern gewertet. Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer sieht darin jedoch eher ein Säbelrasseln.

HB/hof/hz FRANKFURT. Die Börse nahm die Ankündigung von Daimler-Chrysler positiv auf: Der Kurs stieg zeitweise um 9%. „Ein akuter Geldabfluss wird dadurch erst einmal verhindert“, sagt Willi Diez, Präsident des Instituts für Automobilwirtschaft in Nürtingen. Besonders die Premiummarke Mercedes hätte dieses Geld verdienen müssen, nachdem Chrysler immer noch in der Restrukturierung steckt und Smart frühestens 2006 schwarze Zahlen beim Konzern abliefern wird.

Schon in der Vergangenheit war in Finanzkreisen immer wieder kritisiert worden, dass die Ertragsperle Mercedes für die Expansionsabenteuer von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp bezahlen muss. Der Konzern hatte stets damit gekontert, dass Mercedes alle Mittel erhalte, um seine notwendigen Projekte zu realisieren. Gestützt wurde dieses Argument mit der starken Ausweitung der Modellpalette in den vergangenen Monaten.

Deutlich stärker als auf Mercedes wird die harte Haltung gegenüber Mitsubishi auf Chrysler und Smart wirken. Mit beiden Konzernmarken laufen gemeinsame Projekte. So stehen die Kompaktautos Mitsubishi Colt und Smart Forfour auf einer gemeinsamen Plattform, Chrysler entwickelt mit den Japanern zusammen einen Weltmotor und kooperiert bei den Mittelklassemodellen. Außerdem wurde die gemeinsame Verwendung von gleichen Teilen bei Produkten der drei Marken von Daimler-Chrysler immer wieder als eine der größten Synergiepotenziale in der Welt AG hervorgehoben.

Nach offizieller Daimler-Lesart soll sich daran auch nichts ändern. Daimler-Chrysler-Finanzchef Manfred Gentz betonte in einer Telefonkonferenz, alle Gemeinschaftsprojekte seien einzelvertraglich abgesichert und stünden nicht zur Disposition. Dennoch befürchten Marktbeobachter gravierende Konsequenzen: „Die Atmosphäre zwischen Daimler und Mitsubishi ist nun empfindlich gestört. Das kann nicht ohne Folgen für die Zusammenarbeit bleiben“, betont ein Automobilanalyst.

Den Marken Chrysler und Smart könnte eine Trennung von Mitsubishi jedoch auch nützen. Ihre Bedeutung für die Asien-Strategie des Konzerns würde zwangsläufig steigen. Für einen Einstieg in den asiatischen Massenmarkt ohne die Marke Mitsubishi müssten die Stuttgarter zwar auch kräftig in die Schatulle greifen, „doch das Geld wäre besser angelegt, als es weiter in Mitsubishi zu stecken“, glaubt Diez.

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