Export-Weltmeister
Kampf um den Titel

Seit 20 Jahren sammeln die Deutschen Erfahrungen im Titelkampf der Exporteure. Auch 2007 werden sie ziemlich sicher wieder Weltmeister. Vielleicht aber zum letzten Mal. Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Chinesen die Bundesbürger von ihrer weltweiten Spitzenposition verdrängen.

DÜSSELDORF. Den erneuten Weltmeistertitel scheinen die Deutschen schon jetzt so gut wie sicher zu haben. Auch wenn am Jahresende es knapp werden könnte, dass deutsche Unternehmen 2007 es erstmals schaffen, Waren für eine Billion Euro zu exportieren.

Nach sieben Monaten steht der Exportzähler 2007 bei 560 Mrd. Euro. Das sind zehn Prozent mehr als zur gleichen Zeit 2006. Bringen die nächsten Monate auch diese Zuwachsrate, so wächst der deutsche Warenexport bis zum Jahresende 2007 auf 990 Mrd. Euro an. Zehn Milliarden Euro würden dann noch bis zur Billionen-Schallmauer fehlen. Im Vergleich entspricht das in etwa dem Jahres-Bruttogewinn der Allianz-Gruppe.

Wirkt die aktuelle Aufwertung des Euro jetzt aber schon preiserhöhend und damit bremsend auf den deutschen Export, dann, so befürchten Außenhändler, wird sich die Zuwachsrate gegen Jahresende abflachen. Andererseits stehen nun die guten Aufträge des vergangenen Jahres zur Auslieferung an. Optimisten erwarten deshalb den Bruch der Schallgrenze. Sie verweisen zudem auf die Tatsache, dass nur zwölf Prozent der deutschen Ausfuhren in den Dollar-Raum gehen. Der Dollar-Schwund wirkt sich deshalb nur unterproportional aus. Zudem bestehen deutsche Ausfuhren nicht aus tagesaktuellen Geschäften. Vielmehr sind Maschinen made in Germany die Haupttriebkraft für Verkaufserfolge auf ausländischen Märkten.

Nach dem Ritt auf die erste Billion geht es in einem zweiten Wettlauf um den Titel des Exportweltmeisters und um die Frage, wie lange die Chinesen noch brauchen werden, um die Deutschen von ihrer weltweiten Spitzenposition zu verdrängen. 2006 haben die Chinesen ihre Warenverkäufe im Ausland von umgerechnet etwas weniger als 600 Mrd. Euro auf etwas mehr als 700 Mrd. Euro gesteigert. Im laufenden Jahr wachsen ihre Ausfuhren um 20 Prozent. Bleibt es bei dieser Zuwachsrate, ist für das Jahresende ein Wert von etwa 850 Mrd. Euro zu errechnen. Damit dürften die Chinesen auf den zweiten Platz in der Weltrangliste der Exporteure vorgerückt sein; es sei denn, den amerikanischen Außenhändlern gelingt es, den niedrigen Dollar-Kurs in den letzten Monaten des Jahres noch für eine Export-Offensive zu nutzen. Dann können sie ihren zweiten Platz vielleicht halten.

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