Exporte
ICE schlägt TGV

In der vergangenen Woche haben die Franzosen mit einem aufgerüsteten TGV den Geschwindigkeitsrekord auf der Schiene gebrochen: 574,8 km/h fuhr der Versuchszug. Der Jubel war groß. Doch im Stillen sind es die Deutschen mit ihrem ICE, die bei Hochgeschwindigkeitszügen führen; beim Export hängt Siemens den Konkurrenten Alstom ab. Das hat einen guten Grund.

PARIS. Auf der Basis des ICE 3 geht Siemens mit seinem Produkt „Velaro“ an den Start. Nach Spanien wurden 25 Züge verkauft, ein weiterer Auftrag über acht Züge kam aus Russland für die geplante Schnellstrecke Moskau - St. Petersburg. Und 60 Velaros sollen in den nächsten Jahren in China fahren – sie sollen weitgehend in einem chinesischen Werk gefertigt werden.

Ein serienmäßig ausgestatteter Zug fuhr auf der neuen Schnellstrecke Madrid - Barcelona im vergangenen Herbst 404 km/h. Dies könnte er fahrplanmäßig jederzeit erreichen, versichert Friedrich Smaxwil, Vorstand bei Siemens Transportation. Doch im Betriebsalltag sollen die Züge mit Spitzentempo 350 fahren, ab Herbst auf ersten Abschnitten der neuen Schnellstrecke.

Während der TGV prinzipiell ein klassischer Zug ist, den zwei Lokomotiven vorne und hinten – die beiden Triebköpfe – auf Tempo bringen, ist der ICE 3, der für die Tempo-300-Strecke Köln-Frankfurt gebaut wurde, ein Triebwagen ohne Loks: Bei ihm sind alle technischen Antriebskomponenten unter dem Zug verteilt.

Das hat Vorteile für die Bahnbetreiber. Weil es keine schweren Loks gibt, ist der Verschleiß der Strecken geringer. Weil der Triebwagen leichter ist, spurtet er schneller und sparsamer. Und weil der komplette Zugverband keine Lokomotiven hat, können bis hinter den Lokführer-Arbeitsplatz Sitze eingebaut werden. Bei einer Zugeinheit von sieben oder acht Wagen erhöht das mit einer um 20 Prozent gestiegenen Kapazität deutlich die Wirtschaftlichkeit.

Das sind Argumente, die auch Alstom nicht ruhen lassen. Im TGV-Werk in La Rochelle an der Atlantikküste entsteht zurzeit der Prototyp eines Triebwagen-Zuges. Die ersten Aluminium-Waggon-Rohbauten der „Automotrice à Grande Vitesse“ - des AGV – sind fertig. Im Dezember dieses Jahres soll der Zug aus dem Werk rollen und dann getestet werden. Für eine Ausschreibung in Italien hat Alstom kürzlich 25 Züge angeboten, in einem Konsortium mit dem italienischen Hersteller Ansaldo-Breda.

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