Exportgigant China
Wenn Spielzeug zur Qual wird

Sie schneidern und montieren bis zur Erschöpfung, für einen Hungerlohn: in China gibt es zwar Arbeitsschutzregeln, nur halten sich viele Spielzeughersteller nicht daran. Selbst bekannte Marken verkaufen Schmutz-Ware.
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PekingDas Lösungsmittel stand in Wasserflaschen ohne Etikett herum, die Arbeiter hantierten ohne Handschuhe oder Atemmaske damit. Zustände wie diese in der Spielwarenfabrik On Tai, gelegen in der südchinesischen Industriestadt Dongguan, alarmieren längst auch verdeckte Ermittler. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass Arbeiter die giftige Substanz eines Tages mit Wasser verwechseln“, berichtet einer von ihnen.

Damit nicht genug. In der Fabrik trockneten die Arbeiterinnen Klebstoff mit einem uralten Fön aus Metall. Manchmal verteilte er Stromschläge. „Unsere Bitten um bessere Ausrüstung bleiben unbeantwortet“, klagt eine Arbeiterin.

On Tai Toys ist kein Einzelfall, wie aus Recherchen der Arbeitsrechtsorganisation Students & Scholars Against Corporate Misbehaviour (Sacom) hervorgeht. Freiwillige Helfer der Organisation haben in den vergangenen Monaten in mehreren südchinesischen Spielzeugfabriken angeheuert, um Beweise zu sammeln. Sie fanden heraus: Auch Unternehmen wie Disney, Mattel, Lego und McDonald’s beziehen Spielzeug aus Fabriken, die sich nicht an die chinesischen Regeln zum Arbeitsschutz halten.

Selbst Kinderarbeit scheint in China noch nicht gänzlich abgeschafft. Beim Spielzeughersteller Sturdy Products in der Produktionsmetropole Shenzhen trafen die Sacom-Ermittler auf 14-jährige Arbeiter, die zu niedrigstem Lohn schufteten. „Trotz Bemühungen, Kinderarbeit zu bekämpfen, weisen unsere Recherchen auf erhebliche Löcher im System hin“, schreiben die Experten der Organisation.

Sturdy Products produziert unter anderem für Mattel, Disney, Matchbox oder Fisher-Price. Auch hier hantieren die Arbeiter ohne Atemmaske mit Lösungsmitteln und machen bis zu 120 Überstunden im Monat. Der Basislohn liegt bei 150 Euro im Monat.

Die Chancen, so hergestellte Waren auch in Deutschland zu erwerben, stehen hoch: China exportiert jährlich Spielzeug im Wert von gut zehn Milliarden Dollar und deckt damit 70 Prozent des Weltmarkts ab. In der ersten Jahreshälfte stieg die Produktion noch einmal um zehn Prozent. Die Kosten sinken dabei immer weiter: Im vergangenen Jahr lag der Produktionspreis für das Durchschnittsspielzeug noch bei 65 Cent, heute sind es 52 Cent. Die gleichen Spielzeuge finden sich dann zum zehn- bis hundertfachen Preis im Einzelhandel.

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  • Wie einfach, die Schuld auf unser Wirtschaftssystem und unsere Politiker zu schieben. Alle anderen sind schuld, nur man selbst nicht! Leider haben wir keine Weltregierung, die so etwas regulieren kann. Und der Ausbeutungskapitalismus in China ist sicherlich nichts, was unsere Politik beeinflussen kann. Wer etwas tun kann, wie es meine Vorschreiberin sagte: Jeder selbst, indem er darauf achtet, was er kauft! Natürlich ist das schwierig, und es ist unmöglich, das 100%ig durchzuhalten. Aber schon kleine Einbrüche im Vertrieb lassen Konzernlenker umdenken. Leider ist Deutschland bekannt für seine "Geiz ist geil"-Mentalität, die Menschen kaufen eben möglichst billig; nicht preiswert: Billig!

  • Das ist typisch Männer mit Kurzzeitgedächtnis, wen sonst meinen Sie mit "wir"?. Ich gehöre nicht dazu! Ich überlege bevor ich kaufe zu den o.e. gehe ich so gut wie nie! Aber die Männer, die vom gesparten sich dickes Auto leisten wollen, damit ihre Eigenmarke bei den Kollegen steigt.
    Wenn ich einen solchen Bericht lese, ist für mich das beanstandete Produkt tot, das muss keiner kaufen! Es gibt mehr als ausreichend Auswahl. Gerade Spielzeug aus China ist meist gesundheitsschädlich, nur dumme kaufen das noch. Schöne Grüße aus dem Erzgebirge!

  • "Die gleichen Spielzeuge finden sich dann zum zehn- bis hundertfachen Preis im Einzelhandel"
    Wo sollte dann der Konsument kaufen? Möglichst teuer, damit die Marge steigt?
    Mickey Mouse Logik!!!

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