Exportschwäche
Maschinenbauer spüren Krise

Kommt die Weltwirtschafts ins Stocken, sinken die deutschen Exporte. Der Konjunkturabschwung trifft darum besonders die Maschinenbauer. Nachdem die Branche in den vergangenen Jahren über 100 000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, drohen nun Stellenstreichungen.

DÜSSELDORF. Deutschlands Exportmotor Nummer eins, der Maschinenbau, ist im Oktober ins Stottern geraten. Allerdings sind nicht alle Firmen vom Abschwung gleichermaßen belastet, wie der Auftragsrückgang von 16 Prozent in dem Monat nahe legt. Unternehmen, die für die Energiebranche produzieren oder etwa Maschinen für die Bergbauindustrie herstellen, seien weit weniger betroffen, sagt der Chefvolkswirt des Branchenverbands VDMA, Ralph Wiechers.

Bei den meisten anderen Unternehmen aus dem Industriezweig stellt sich die Lage indes anders dar. Einige Gesellschaften etwa aus dem Druckmaschinen- oder Textilmaschinenbau stehen mit dem Rücken zur Wand und können nur mit massiven Sparprogrammen auf die Krise reagieren. Dort sind Arbeitszeitkonten bereits aufgebraucht.

Nach Angaben von VDMA-Chefvolkswirt Wiechers haben über 80 Prozent der Maschinenbauern mit ihren Arbeitnehmern flexible Arbeitszeitlösungen vereinbart. Vor der Abkühlung der weltweiten Konjunktur waren die Konten prall gefüllt. „Seit 2003 haben die Unternehmen mehr als 100 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Dass zeigt, dass die Konten voll waren“, sagt Wiechers. Für das kommende Jahr rechnet er damit, dass die Mitarbeiterzahl stabil gehalten werden kann. Die Unternehmensberatung Accenture rechnet hingegen mit einem Stellenabbau.

Heidelberger Druckmaschinen war eines der ersten Unternehmen, das den Konjunkturabschwung mit voller Wucht zu spüren bekommen hat. Seit Jahresbeginn gab es mehrere Gewinnwarnungen, zuletzt schrieb der Konzern tiefrote Zahlen. Vorstandschef Bernhard Schreier will nun 2 500 der weltweit rund 20 000 Stellen streichen. Dabei soll es auch betriebsbedingte Kündigungen geben.

Wie bei anderen Unternehmen wird die Arbeit über Weihnachten länger ruhen als üblich. Statt zwei wird es drei Wochen Werksferien geben. Sind Urlaub und Überstunden abgefeiert, wird es auch zu Kurzarbeit kommen. Bevor es zu den Einschnitten kam, hatten die Beschäftigten über Monate hinweg ihre Arbeitszeitkonten abgeschmolzen.

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