Exportstarke Spezialchemie wird besonders belastet
Der Industrie ist „Reach“ immer noch zu teuer

Ein überwiegend ablehnendes Echo hat der gestern vorgelegte überarbeitete Entwurf der EU-Kommission für die neue Chemiepolitik in der Chemischen Industrie ausgelöst. Viele Firmen ziehen vor allem die Kostenschätzung der EU in Zweifel. Statt der von der Kommission genannten 2,3 Mrd. Euro Belastungen durch Bürokratie, Tests und Wettbewerbsnachteile geht die Industrie von erheblich höheren Belastungen aus.

DÜSSELDORF. Zwar wurden die Testvorschriften für Stoffe, von denen jeweils weniger als zehn Tonnen produziert oder importiert werden, abgemildert. Dennoch wird das aus Sicht der Industrie die Belastungen gegenüber dem im Sommer vorgelegten ersten Vorschlag für die EU-weite Registrierung, Sicherheitsbewertung und Zulassung von Chemikalien (Reach) offenbar kaum reduzieren. Damals hatte Bayer von bis zu 750 Mill. Euro, BASF von rund 600 Mill. Euro und Degussa von 150 Mill. Euro Kosten in den zehn Jahren der Reach-Einführung gesprochen. Hollands Akzo Nobel kam auf 250 Mill. Euro, Frankreichs Rhodia und Englands ICI kamen jeweils auf über 100 Mill. Euro Mehrbelastung.

Europas Chemie-Dachverband Cefic lehnt Spekulationen zu den Kosten des Entwurfs ab. „Sie lassen sich ohne praktische Erhebungen nicht abschätzen“, teilte der Verband mit, dem der Vize-Vorstandschef der BASF, Eggert Voscherau vorsitzt. Er fordert von der EU, endlich eine realistische Bewertung der Reach-Folgen vorzulegen, und verweist dabei auf Studien von Arthur D. Little und Mercer Consulting.

Eine solche Folgeabschätzung würde nach Ansicht von Industrievertretern zu Tage fördern, dass die Industrie nicht gleichmäßig belastet wird. Massenkunststoffhersteller wie Basell oder EVC hätten nur relativ wenige standardisierte Vorprodukte zu registrieren – Polymere werden vorläufig von der Registrierung ausgenommen.

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