Exportstopp
Opel blitzt in Japan ab

Opel stellt den Verkauf seiner Fahrzeuge in Japan zum Jahresende ein. Die Marke mit dem Blitz wird damit nur noch in Europa vertrieben. Allerdings setzt Konzernmutter General Motors große Stücke auf die deutsche Ingenieurskunst, denn die Opel-Modelle werden in immer mehr Regionen der Erde angeboten – wenn auch unter anderen Namen.

fmk/hz/HB TOKIO/FRANKFURT. Der Absatz von Opel in Japan war im vergangenen Jahr auf nur noch 1 800 Fahrzeuge gesunken. Opel exportiert seine Modelle seit 1988 in das Land. Zu den besten Zeiten lag der Absatz bei rund 30 000 Stück, die ausschließlich in Deutschland produziert und über einen Importeur vertrieben wurden. Der Kundendienst für die Opel-Fahrzeuge in Japan wird allerdings auch nach dem Importstopp aufrecht erhalten. Dazu würden auch künftig die benötigten Ersatzteile importiert. Über die Japan-Tochter hatte der Konzern die Opel-Modelle Signum, Meriva, Astra, Vectra und Zafira angeboten.

Seit 1988 kooperierte Opel mit Isuzu Motors als Vertriebspartner, der damals schon zu 42 Prozent zu General Motors gehörte. Opel konnte beispielsweise den Mittelklasse-Wagen Vectra von Anfang an in Japan vermarkten. Nachdem 1993 der Importeur Yanase, ein GM-Partner, den Vertrieb übernahm, lief das Geschäft blendend. Doch die Verkaufszahlen nahmen nach der Jahrtausendwende rasch ab. Die insgesamt 120 000 Opel-Fahrzeuge in Japan fallen trotz der Dominanz der einheimischen Hersteller im Straßenbild jedoch durchaus auf.

Damit bietet das Unternehmen Autos der Marke Opel künftig nur noch in Europa an. Die Konzernmutter General Motors wird sich nun auf den internationalen Märkten hauptsächlich auf den Vertrieb der Marken Chevrolet, Cadillac und Saab konzentrieren. Diesen Marken sollen auch dann die bisher für Opel genutzten Marketingkapazitäten in Japan zugute kommen. Opel bleibe nur der Rang einer europäischen Regionalmarke, zitierten Medien aus GM-Quellen.

Allerdings dürfte künftig der Golf-Konkurrent Opel Astra über US-amerikanischen Straßen rollen. Der Konzern erwäge, in Europa hergestellte Astra unter der Schwestermarke Saturn auch in Amerika zu vermarkten, hatte ein Sprecher von GM Europe am Montag gesagt. Eine endgültige Entscheidung stehe aber noch aus. Der Opel-Betriebsrat fordert angesichts der schwachen Autokonjunktur in Europa seit langem den Export von Opel-Fahrzeugen in die USA. In Großbritannien wird Opel bereits seit langem unter der Marke Vauxhall verkauft; in Mexiko rollen Opel unter der Marke Chevy über die Straßen, etwa der Kleinwagen Corsa. Japan war bisher das einzige außereuropäische Land, in dem GM die Marke Opel auch unter diesem Namen angeboten hat.

Opel und Saturn teilten immer mehr Gemeinsamkeiten, etwa beim Design, begründete der GM-Sprecher die Überlegungen. Daher sei es sinnvoll, über den Export des Astra nachzudenken. Er reagierte auf einen Bericht des Branchenblatts „Automotive News“, dem zufolge GM mit dem Astra in Amerika den Saturn Ion ersetzen will. Dessen Produktion läuft Ende des Jahres aus.

Dem Bericht zufolge sieht der weltgrößte Autohersteller ein Marktpotenzial von 20 000 bis 40 000 Astras in den Vereinigten Staaten, während der Konzern zuletzt 100 000 Ions absetzte. Der Opel Astra ist mit zuletzt 534 000 verkauften Autos im Jahr das absatzstärkste Modell von GM in Europa.

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