„Die Angst vor Chemie ist nachvollziehbar“

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„Deutschland ist ein sehr interessanter Markt“

Sind die Deutschen besonders ängstlich? In Polen konnten sie einfach loslegen.

Ich sehe das nicht so kritisch. Ein Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft liegt darin, dass wirtschaftlich produziert wird bei höchsten Umweltstandards. Die Auseinandersetzung ist daher gut, sie stachelt die Industrie an. Wenn sich der Anspruch weiterentwickelt, ist das auch ein Ansporn.

Wie zuversichtlich sind Sie, was Genehmigungen in Nordrhein-Westfalen betrifft?

Sehr zuversichtlich. Bei einer sachlichen Betrachtung werden die Verantwortlichen erkennen, dass die Verfahren sicher sind. Aber vielleicht brauchen wir die Fracking-Technik in NRW gar nicht.

Wie bitte?

Aktuell haben wir eine Probebohrung ohne Fracking beantragt. Die Chance, Gas aus Kohleflözgaslagerstätten ohne Fracking-Verfahren fördern zu können, liegt etwa bei 50 Prozent. Sagen können wir das aber erst, wenn wir einen Blick in den Untergrund geworfen haben. Dazu dienen die Probebohrungen.

Viel Lärm um nichts?

Das muss sich erst noch rausstellen. Neben den Sachargumenten ist es ja auch eine Frage, wie man politisch mit dem Thema umgeht. Frankreich hat Fracking erst einmal verboten. Aber das Land hat auch rund 85 Prozent Kernenergie...

Falls die Politik kein grünes Licht für Fracking gibt – verabschiedet sich Exxon-Mobil dann vom deutschen Markt?

Nein, daran verschwende ich gar keinen Gedanken.

Was spricht für Deutschland?

Es ist ein überaus interessanter Markt. Wir können die Energiewende nicht ohne Erdgas stemmen. Es gibt dafür eine gute Infrastruktur und Gas wird in Deutschland nachgefragt.

Bis 2040 sollen laut Prognose 30 Prozent der weltweiten Strommenge mit Erdgas erzeugt werden. Woher soll dieser Anstieg kommen?

Der Lebensstandard in vielen Schwellenländern ändert sich. Das geht nicht ohne einen höheren Energiebedarf, zumal die Energieeffizienz in solchen Ländern noch sehr gering ist.

In Ihrer Prognose gehen Sie davon aus, dass der Anteil von unkonventionell gefördertem Gas bis 2040 doppelt so hoch sein wird wie alle Erneuerbaren Energien zusammen. Reden Sie sich die Lage da nicht selbst schön?

Ganz und gar nicht. Unsere Prognose ist kein PR-Gag, sondern die Basis für unsere Investitionsentscheidungen. Wir gehen zum Beispiel davon aus, dass in dem Zeitraum pro Jahr acht Prozent mehr Windenergie erzeugt wird. Das sind rund zehnmal mehr Windräder im Vergleich zu 2010 und riesige Investitionen. Aber die Basis für dieses Wachstum ist eben eine ganz kleine Zahl. Bei Gas ist das anders. 

Herr Kalkoffen, vielen Dank für das Interview.

EXXON MOBIL

Unternehmen Exxon Mobil Central Europe Holding GmbH gehört zur Exxon Mobil Corporation. Der Mutterkonzern mit Sitz im US-Bundesstaat Texas ist die größte börsennotierte Öl- und Gasgesellschaft weltweit. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in Deutschland, der Schweiz, Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei.

Führung Seit gut sieben Jahren leitet der promovierte Physiker Gernot Kalkoffen Exxon Mobil Central Europe. Der 61-Jährige gehört dem Vorstand des seit Dezember 2002 an. Er führt auch den Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG).

  • 21.03.2012, 19:36 UhrAnonymer Benutzer: Fassungslos

    Zum Beitrag von vandale: "Jährlich sterben Tausende Bergleute an Unfällen, 100.000ende sterben vorzeitig an Staublunge in China, Ukraine (...) Übertroffen wird die Kohle von den sehr umweltschädlichen Solarzellen und Windmühlen. (...) An Arbeitsunfällen an Solardächern und Windmühlen sterben monatlich mehr Menschen als bei den Reaktorunfällen von Fukushima (5 Insgesamt)."
    Fassen wir zusammen: Durch Solarzellen und Windmühlen sterben mehrere 100.000 Menschen (da ja schlimmer als Kohle) was ja viel schlimmer ist als 5 Tote Fukushima. An den Spätfolgen wird da ja sicherlich keiner draufgehen weil son bisschen Strahlung hat noch keinem geschadet. Und wenn eine Windkraftanlage mal umkippt, dann sind die Schäden sicherlich auch viel gravierender als die Versuchung ganzer Landstriche über hunderte von Jahren, wie es in Japan der Fall ist.
    Vandale, ich hoffe du hast dich noch nicht vermehrt und wirst dich auf Grund deiner Dummheit vorher selbst liquidieren.

  • 28.01.2012, 18:02 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Die neuen Verfahren zur Förderung unkonventionellen Erdgases sind eine Art Revolution. Der Erdgaspreis ist in den USA zusammengebrochen. In der Konsequenz werden viele Feuerungen und Kraftwerke in den USA auf Erdgas umgestellt. Ich nehme an, dass dies eine Zeit so bleibt, bis sich die Nachfrage an das Angebot angepasst hat. Spätestens wenn man in Nordamerika merkt, dass man Automobile auch mit Erdgas fahren kann, wird sich die Situation normalisieren.

    In Deutschland würde sich abseits religiöser Dogmen von dämonischen Atomstrahlen und CO2 Klimahöllen eine Energieversorgung basierend auf Braunkohle, Kernenergie und importiertem Erdgas und Kohle anbieten. Aufgund dieser Dogmen wird sich der (aufgrund extremer Preise!) sinkende Energieverbrauch sehr stark auf Erdgas konzentrieren. Erdgas ist religiös akzeptiert und wenn man energieintensive Industrien ausklammert, zu erträglichen Preisen verfügbar.

    Insofern wäre es nicht schlecht wenn man die Förderung unkonventionellen Erdgases in D akzeptieren würde und nicht dem Extremfundamentalismus nachgibt nach der nur mittelalterliche Energieerzeugungsmethoden akzeptiert werden können.

    Vandale

  • 28.01.2012, 17:54 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Jede Art der Energiegewinnung hat Schattenseiten.

    Bei Kohle ist dies offensichtlich, als man Landschaften umgestaltet und eine grosse Menge giftiger Abfälle produziert. Jährlich sterben Tausende Bergleute an Unfällen, 100.000ende sterben vorzeitig an Staublunge in China, Ukraine..

    Übertroffen wird die Kohle von den sehr umweltschädlichen Solarzellen und Windmühlen. Allerdings werden dieseUmweltschäden, da ökoreligiös korrekt, nicht veröffentlicht. Zahlen zu den Giftmüllmengen findet man eher zufällig, oder wenn man die Einlagerung des Giftmülls in Herfa Neurode (ehemaliges Salzbergwerk) betrachtet. An Arbeitsunfällen an Solardächern und Windmühlen sterben monatlich mehr Menschen als bei den Reaktorunfällen von Fukushima (5 Insgesamt).

    Erdgas zähle ich zu den eher umweltfeundlicheren Energieträgern. Allerdings gibt es weltweit viele Erdgas und Flüssiggasunfälle.

    Die geringsten Umweltauswirkungen und die beste Sicherheitsbilanz hat sicherlich die Kernenergie. Aufgrund der hohen Energiedichte ist die Abfallmenge gering. Die Risiken aus dem Betrieb von Kernkraftwerken sind sehr gering.

    Vandale

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