Exxon-Mobil-Manager Kalkoffen: „Die Angst vor Chemie ist nachvollziehbar“

Exxon-Mobil-Manager Kalkoffen
„Die Angst vor Chemie ist nachvollziehbar“

Gernot Kalkoffen ist Europachef des weltgrößten Ölkonzerns Exxon-Mobil. Im Interview spricht der Physiker über den Ausbau der Erdgasförderung in Deutschland und die Angst der Bevölkerung vor chemischen Gefahren.
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Handelsblatt: Exxon-Mobil hat in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen einen dreistelligen Millionenbetrag in Probebohrungen nach Gas investiert. Doch das Land NRW hat die Genehmigungen dafür auf Eis gelegt. Ist das Geld jetzt verloren?

Gernot Kalkoffen: Das kann man noch nicht sagen. Wir befinden uns immer noch in der Explorationsphase. Wir prüfen, wie viel Gas vorhanden und ob es wirtschaftlich zu fördern ist.

Probleme bereitet Ihnen aber nicht nur die Landesregierung...

Das stimmt. Neben den geologisch-technischen Aspekten müssen wir uns darum kümmern, wie die Akzeptanz verbessert werden kann. Immer dort, wo es neue Projekte gibt, wie etwa jetzt mit der Erkundung neuer Erdgasvorkommen, sind die Bürger beunruhigt.

In Niedersachsen nutzen Sie Fracking doch schon lange – und da gab es nie Probleme.

95 Prozent des Erdgases, das in Deutschland gefördert wird, stammt derzeit aus Niedersachsen. Etwa ein Drittel davon geht heute zurück auf das Frack-Verfahren, das in Niedersachsen seit 50 Jahren sicher angewandt wird. Dort dient es im Wesentlichen der Produktionssteigerung bei der Förderung aus konventionellen Vorkommen. In NRW haben die Menschen bisher keine Erfahrungen mit Gas. In ganz Deutschland gibt es noch keine Produktion von unkonventionellem Gas aus Schiefergestein und Kohleflözen.

Das müsste Ihnen doch eher helfen. In den USA, wo bereits zehn Prozent des Gases unkonventionell gefördert wird, kursieren Bilder von brennenden Wasserhähnen im Internet.

Solche Bilder erzeugen Angst. Aber sie haben nichts mit dem Frack-Verfahren zu tun. Unfälle oder Probleme sind häufig die Folge von zu niedrigen Sicherheitsstandards – die sind in Deutschland viel höher als in den USA.

Die Anwohner sorgen sich vor allem wegen der chemischen Zusätze.

Chemie hat in Deutschland immer schon einen schweren Stand gehabt. Sie wird gleich mit Gift in Zusammenhang gebracht. Diese Angst ist gerade im Hinblick auf eine mögliche Verschmutzung des Grundwassers durchaus nachvollziehbar. Umso wichtiger ist unsere Aufklärung.

Was tun Sie?

Wir arbeiten kontinuierlich an einer Verbesserung der Flüssigkeit, die wir für die hydraulische Behandlung des Gesteins benötigen. Im Regelfall besteht sie zu 98 bis 99 Prozent aus Wasser und Sand. Die Anzahl der als giftig gekennzeichneten Bestandteile wurde inzwischen von sieben auf vier verringert. Außerdem haben wir vor rund einem Jahr einen unabhängigen Expertenkreis ins Leben gerufen, der vor allem mögliche Risiken für das Wasser untersucht. Teil dieses umfassenden Prozesses ist auch der Dialog mit 50 bis 60 Interessengruppen. Exxon Mobil wird in den unkonventionellen Lagerstätten nicht fracken, bevor der Expertenkreis grünes Licht gibt – auch nicht zur Explorationszwecken. Die Experten-Einschätzung erwarten wir im März.

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„Deutschland ist ein sehr interessanter Markt“

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  • Zum Beitrag von vandale: "Jährlich sterben Tausende Bergleute an Unfällen, 100.000ende sterben vorzeitig an Staublunge in China, Ukraine (...) Übertroffen wird die Kohle von den sehr umweltschädlichen Solarzellen und Windmühlen. (...) An Arbeitsunfällen an Solardächern und Windmühlen sterben monatlich mehr Menschen als bei den Reaktorunfällen von Fukushima (5 Insgesamt)."
    Fassen wir zusammen: Durch Solarzellen und Windmühlen sterben mehrere 100.000 Menschen (da ja schlimmer als Kohle) was ja viel schlimmer ist als 5 Tote Fukushima. An den Spätfolgen wird da ja sicherlich keiner draufgehen weil son bisschen Strahlung hat noch keinem geschadet. Und wenn eine Windkraftanlage mal umkippt, dann sind die Schäden sicherlich auch viel gravierender als die Versuchung ganzer Landstriche über hunderte von Jahren, wie es in Japan der Fall ist.
    Vandale, ich hoffe du hast dich noch nicht vermehrt und wirst dich auf Grund deiner Dummheit vorher selbst liquidieren.

  • Die neuen Verfahren zur Förderung unkonventionellen Erdgases sind eine Art Revolution. Der Erdgaspreis ist in den USA zusammengebrochen. In der Konsequenz werden viele Feuerungen und Kraftwerke in den USA auf Erdgas umgestellt. Ich nehme an, dass dies eine Zeit so bleibt, bis sich die Nachfrage an das Angebot angepasst hat. Spätestens wenn man in Nordamerika merkt, dass man Automobile auch mit Erdgas fahren kann, wird sich die Situation normalisieren.

    In Deutschland würde sich abseits religiöser Dogmen von dämonischen Atomstrahlen und CO2 Klimahöllen eine Energieversorgung basierend auf Braunkohle, Kernenergie und importiertem Erdgas und Kohle anbieten. Aufgund dieser Dogmen wird sich der (aufgrund extremer Preise!) sinkende Energieverbrauch sehr stark auf Erdgas konzentrieren. Erdgas ist religiös akzeptiert und wenn man energieintensive Industrien ausklammert, zu erträglichen Preisen verfügbar.

    Insofern wäre es nicht schlecht wenn man die Förderung unkonventionellen Erdgases in D akzeptieren würde und nicht dem Extremfundamentalismus nachgibt nach der nur mittelalterliche Energieerzeugungsmethoden akzeptiert werden können.

    Vandale

  • Jede Art der Energiegewinnung hat Schattenseiten.

    Bei Kohle ist dies offensichtlich, als man Landschaften umgestaltet und eine grosse Menge giftiger Abfälle produziert. Jährlich sterben Tausende Bergleute an Unfällen, 100.000ende sterben vorzeitig an Staublunge in China, Ukraine..

    Übertroffen wird die Kohle von den sehr umweltschädlichen Solarzellen und Windmühlen. Allerdings werden dieseUmweltschäden, da ökoreligiös korrekt, nicht veröffentlicht. Zahlen zu den Giftmüllmengen findet man eher zufällig, oder wenn man die Einlagerung des Giftmülls in Herfa Neurode (ehemaliges Salzbergwerk) betrachtet. An Arbeitsunfällen an Solardächern und Windmühlen sterben monatlich mehr Menschen als bei den Reaktorunfällen von Fukushima (5 Insgesamt).

    Erdgas zähle ich zu den eher umweltfeundlicheren Energieträgern. Allerdings gibt es weltweit viele Erdgas und Flüssiggasunfälle.

    Die geringsten Umweltauswirkungen und die beste Sicherheitsbilanz hat sicherlich die Kernenergie. Aufgrund der hohen Energiedichte ist die Abfallmenge gering. Die Risiken aus dem Betrieb von Kernkraftwerken sind sehr gering.

    Vandale

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