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Exxon Mobil und Chevron: Multis machen Kasse mit dem Öl-Rausch

Die Energiemultis Exxon Mobil und Chevron überraschen mit stattlichen Gewinnzuwächsen. Die steigende Öl- und Gasförderung in den USA treibt das Geschäft. Doch der Boom könnte sich zum Nachteil der Konzerne wenden.

Der US-Ölriese Exxon Mobil ist weltweit aktiv. Doch vor allem der Boom in der Heimat treibt das Geschäft. Quelle: dapd
Der US-Ölriese Exxon Mobil ist weltweit aktiv. Doch vor allem der Boom in der Heimat treibt das Geschäft. Quelle: dapd

DüsseldorfDer neue Öl- und Gasrausch in Nordamerika beschert den beiden größten US-Ölkonzernen, Exxon Mobil und Chevron, steigende Gewinne. Der Branchenprimus Exxon überrascht im vierten Quartal mit einem Nettogewinn von 9,95 Milliarden Dollar oder 2,20 Dollar je Aktie. Experten hatten im Schnitt nur mit 9,1 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vorjahreszeitraum erzielte der Konzern einen Gewinn von 9,4 Milliarden Dollar.

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Beim Weltmarktführer aus Texas fiel zwar die Produktion von Öl und Gas um rund fünf Prozent. Dafür stieg die Gewinnmarge im Raffineriegeschäft um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Grund ist die wachsende heimische Öl- und Gasproduktion. Über das Gesamtjahr gesehen verbucht der Konzern mit Sitz in Irving ein Gewinnplus von neun Prozent auf 44,88 Milliarden Dollar. Am Markt kam das Zahlenwerk gut an. Die Exxon-Aktie legte im frühen Handel um mehr als ein Prozent zu.

Welche Grundgüter Deutschland importiert

  • Deutsche Rohstoff-Einfuhren

    Deutschland importierte im Jahr 2010 Grundgüter im Wert von 109,3 Milliarden Euro. Diese teilen sich auf die einzelnen Rohstoffe wie folgendermaßen auf:

    Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)/Deutsche Rohstoffagentur (DERA)

  • Rang 9

    Auf sogenannte Nichtmetalle entfallen 1,9 Prozent der Rohstoffimporte Deutschlands. Dazu zählen etwa Schwefel, Phosphor oder Edelgase sowie Sauerstoff und Stickstoff.

  • Rang 8

    Eine relativ geringe Bedeutung bei den Rohstoffimporten nimmt Kohle ein. Auf den Rohstoff entfallen 4,3 Prozent der Einfuhren.

  • Rang 7

    Stahlveredler wie Chrom, Cobalt, Mangan oder Molybdän und Wolfram machen 5,2 Prozent der deutschen Rohstoffimporte aus.

  • Rang 6

    Eisen- und Stahlimporte erreichen einen Anteil von 5,9 Prozent der Einfuhren.

  • Rang 5

    Immerhin den fünften Platz der wichtigsten Einfuhren nach Deutschland nehmen Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin ein. Diese werden nicht nur als Schmuck, sondern auch in der Elektroindustrie, der Medizintechnik oder der Autozuliefer-Branche benötigt. Der Anteil von Gold & Co. erreicht 8,5 Prozent der Einfuhren.

  • Rang 4

    Immerhin 13 Prozent der Rohstoff-Einfuhren entfallen auf Energierohstoffe abseits von Öl, Gas oder Kohle. Dazu zählen etwa Kernbrennstoffe wie Uran oder Brennmaterialien für Erneuerbare Energien.

  • Rang 3

    Auf dem dritten Platz der wichtigsten Grundgüterimporte rangieren Nichteisen-Metalle mit einem Anteil von 14,9 Prozent. Dazu zählen etwa Kupfer, Aluminium, Zink, Bronze oder Messing.

  • Rang 2

    Der zweitwichtigste Rohstoff für Deutschland ist Erdgas mit einem Anteil von 21,6 Prozent.

  • Rang 1

    Der wichtigste Rohstoff, den Deutschland importiert, ist Erdöl. Sein Anteil an den Grundgüter-Einfuhren beziffert sich auf 36,4 Prozent.

Zu Exxon Mobil gehören auch die 1100 deutschen Esso-Tankstellen. Damit ist der Konzern eines der umsatzstärksten US-Unternehmen in Deutschland. Exxon liefert sich mit Apple derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens.

Der zweitgrößte US-Energiekonzern Chevron steigert im vierten Quartal den Gewinn um 41 Prozent. Der Konzern mit Hauptsitz im kalifornischen San Ramon erwirtschaftet ein Plus von 7,25 Milliarden Dollar nach Steuern und übertrifft damit die Erwartungen der Analysten. Allerdings sinkt der Gesamtjahresgewinn leicht auf 26,2 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren es noch 26,9 Milliarden Dollar.

Energieträger Wer die größten Ölreserven hat

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Auch die Kalifornier erzielen höhere Margen im Raffineriegeschäft. Zudem profitiert der Konzern von höheren Ölpreisen außerhalb der USA. Rund 75 Prozent der Rohölproduktion von Chevron stammt aus Quellen außerhalb der USA. In Nordamerika drückt das üppige Angebot aus neuen Förderquellen den Preis. „Chevron hat mit 2012 ein weiteres sehr starkes Jahr abgeliefert“, erklärte Konzernchef John Watson.

Chevron hatte im dritten Quartal noch einen Gewinnrückgang erlitten. Der Ölkonzern mit Zweitsitz in Brasilien erwirtschaftete ein Plus von 5,25 Milliarden Dollar. Grund war damals eine schwächere Energienachfrage. Aufgrund der Konjunktursorgen fielen die Preise für Benzin, Diesel und Erdgas.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

  • Die größten Öl- und Gaskonzerne

    Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

    Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

  • Platz 10

    ENI (Italien)

    Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

  • Platz 9

    Sinopec (China)

    Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

  • Platz 8

    Total (Frankreich)

    Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

  • Platz 7

    Gazprom (Russland)

    Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

  • Platz 6

    Petrobras (Brasilien)

    Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

  • Platz 5

    BP (Großbritannien)

    Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

  • Platz 4

    Chevron (USA)

    Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

  • Platz 3

    Royal Dutch Shell (Großbritannien)

    Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

  • Platz 2

    PetroChina (China)

    Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

  • Platz 1

    Exxon Mobil (USA)

    Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Die beiden US-Ölriesen schaffen es somit, die Energierevolution in den Nordamerika zu ihren Gunsten zu nutzen. Die Erschließung bislang unerreichbarer Vorkommen im Schiefergestein beschert Bundesstaaten wie Texas, North Dakota oder Pennsylvania einen Rohstoff-Boom. Der üppige Zufluss drückt aber auch auf den Preis von Öl und Gas in den USA.

  • 06.02.2013, 16:31 UhrKilon

    "Allerdings ist sie möglicher Umweltgefahren umstritten."

    Da muss ein "wegen" hinein, direkt der Absatz unter den Top10-Öldurstländern. Achja, Russland ist gar nicht dabei? Russland verbraucht mehr als Deutschland und ist etwa mit Indien auf einem Niveau bei gut 3 Mio.

    Ebenfalls was die Staaten mit den größten Reserven angeht. Wenn man schon Ölsande miteinbezieht, dann steht Venezuela auf Rang 1 weil es gigantische konventionelle Vorkommen hat und mit den Athabasca-Ölsanden (Kanada) vergleichbare Ölsande im Orinoco-Becken, selbst die OPEC hat Venezuela damit bis zu 500 Milliarden Barrel bescheinigt, die Probleme der Ölsandförderung sind eine andere Sache, aber jeweils 1/3tel der (bisher bekannten) weltweiten Ölsandvorkommen stecken in Athabasca und Orinoco, das restliche Drittel auf viele Länder verteilt.

    Wenn ihr jemanden für eure Energieabteilung sucht der Onlineartikel schreibt, ich bin gerade arbeitslos geworden ;) Spaß muss sein :)

  • 06.02.2013, 16:18 UhrKilon

    Die Auflistung der Top-10 Ölverbraucher ist dermassen falsch... dass sowas überhaupt veröffentlicht wird? Einerseits werden der gesamte Verbrauch genommen, und bei anderen Staaten nur die Importmenge (USA), die USA verbrauchen 8,7 Millionen Barrel?! Das importieren sie aktuell, vor kurzem waren es noch 10 Mio und der Verbrauch liegt bei über 15 Mio und lag 2010 noch höher.. Indien verbraucht auch gute 3 Mio Barrel, China ist bei 9-10, wobei Indien ~1 Mio produziert und China etwas über 4 Mio produziert...

  • 01.02.2013, 18:51 UhrHenry

    Schmiergeld in Spanien: Die Medienwelt gefällt sich in Scheinaktivitäten ohne nachzuhaken, weil sie sonst vertrocknen müßte; es sei denn, es besteht ein besonders Interesse.

    Kinder verblöden durch Computer (RP-Online, 2005)

    Tiere müssen Industriemüll fressen
    http://www.wiwo.de/technik-wissen/tiere-muessen-industriemuell-fressen-468301/

    Inkasso-Mafia terrorisiert Millionen Verbraucher (Welt Online, 2011)

    Wie Ausländer-Banden Deutschland terrorisieren (Super-Illu)
    Gemäß einer Reportage der Zeitschrift „Super-Illu“ hat in Halle an der Saale „eine Bande extrem gewalttätiger Kosovo-Albaner den Drogen-, Waffen- und Mädchenhandel der Stadt inzwischen fest im Griff“.

    Deutsche Gangster sind nicht grausam genug (Berliner Kurier, 2004)
    Ausländer-Banden haben Berlin fest im Griff – und die Polizei muss zusehen

    Riesiger Kinderporno-Skandal schockiert Deutschland (Der Spiegel, 2007)

    Zentrum der Geldwäscheaktivitäten (RP-Online, 2006)
    BND: Italienische Mafia investiert Gewinne in Deutschland

    Faktisch ist es gar nicht mehr möglich, den eurokratischen Hort des Verbrechens auszutrocken. Man kann schon davon ausgehen, daß solche Artikel viel eher anziehend wirken.
    Eine ernsthafte Bekämpfung stellte nämlich die Ideologie der gesamten EU in Frage und alle Protagonisten ins kriminelle Abseits!

    Die Ursache für den Verbrechenssumpf ist das Pendant zur Selbstermächtigung der NSDAP, der Erlaß der Kohl-Regierung mittels Korruption des Grundgesetzes über Art. 23 GG! Und damals wie heute stimmten die Abgeordneten zu!

    Mit Erlaß des Artikels 23 GG bekamen alle begangenen Verbrechen augenblicklich Junge!

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