Exxon Mobil und Chevron: Multis machen Kasse mit dem Öl-Rausch

Exxon Mobil und Chevron
Multis machen Kasse mit dem Öl-Rausch

Die Energiemultis Exxon Mobil und Chevron überraschen mit stattlichen Gewinnzuwächsen. Die steigende Öl- und Gasförderung in den USA treibt das Geschäft. Doch der Boom könnte sich zum Nachteil der Konzerne wenden.

DüsseldorfDer neue Öl- und Gasrausch in Nordamerika beschert den beiden größten US-Ölkonzernen, Exxon Mobil und Chevron, steigende Gewinne. Der Branchenprimus Exxon überrascht im vierten Quartal mit einem Nettogewinn von 9,95 Milliarden Dollar oder 2,20 Dollar je Aktie. Experten hatten im Schnitt nur mit 9,1 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vorjahreszeitraum erzielte der Konzern einen Gewinn von 9,4 Milliarden Dollar.

Beim Weltmarktführer aus Texas fiel zwar die Produktion von Öl und Gas um rund fünf Prozent. Dafür stieg die Gewinnmarge im Raffineriegeschäft um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Grund ist die wachsende heimische Öl- und Gasproduktion. Über das Gesamtjahr gesehen verbucht der Konzern mit Sitz in Irving ein Gewinnplus von neun Prozent auf 44,88 Milliarden Dollar. Am Markt kam das Zahlenwerk gut an. Die Exxon-Aktie legte im frühen Handel um mehr als ein Prozent zu.

Zu Exxon Mobil gehören auch die 1100 deutschen Esso-Tankstellen. Damit ist der Konzern eines der umsatzstärksten US-Unternehmen in Deutschland. Exxon liefert sich mit Apple derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens.

Der zweitgrößte US-Energiekonzern Chevron steigert im vierten Quartal den Gewinn um 41 Prozent. Der Konzern mit Hauptsitz im kalifornischen San Ramon erwirtschaftet ein Plus von 7,25 Milliarden Dollar nach Steuern und übertrifft damit die Erwartungen der Analysten. Allerdings sinkt der Gesamtjahresgewinn leicht auf 26,2 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren es noch 26,9 Milliarden Dollar.

Auch die Kalifornier erzielen höhere Margen im Raffineriegeschäft. Zudem profitiert der Konzern von höheren Ölpreisen außerhalb der USA. Rund 75 Prozent der Rohölproduktion von Chevron stammt aus Quellen außerhalb der USA. In Nordamerika drückt das üppige Angebot aus neuen Förderquellen den Preis. „Chevron hat mit 2012 ein weiteres sehr starkes Jahr abgeliefert“, erklärte Konzernchef John Watson.

Chevron hatte im dritten Quartal noch einen Gewinnrückgang erlitten. Der Ölkonzern mit Zweitsitz in Brasilien erwirtschaftete ein Plus von 5,25 Milliarden Dollar. Grund war damals eine schwächere Energienachfrage. Aufgrund der Konjunktursorgen fielen die Preise für Benzin, Diesel und Erdgas.

Die beiden US-Ölriesen schaffen es somit, die Energierevolution in den Nordamerika zu ihren Gunsten zu nutzen. Die Erschließung bislang unerreichbarer Vorkommen im Schiefergestein beschert Bundesstaaten wie Texas, North Dakota oder Pennsylvania einen Rohstoff-Boom. Der üppige Zufluss drückt aber auch auf den Preis von Öl und Gas in den USA.

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Schiefergas-Boom birgt Gefahr eines Rückschlags

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