Fabrik nahe Moskau
Maschinenbauer Wilo floriert in Russland

In der Welt der Maschinenbauer ist der Pumpenhersteller Wilo eine glänzende Ausnahme. Die Branche leidet unter einem Absatzeinbruch in Russland, das Dortmunder Unternehmen nicht. Es setzt gar auf Expansion.
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Düsseldorf„Russland und die Türkei waren unsere Wachstumslokomotiven“, sagte Wilo-Chef Oliver Hermes am Mittwoch bei Vorlage der Jahreszahlen. Während deutsche Maschinenbauer im Russlandgeschäft laut Branchenverband VDMA Einbußen von 17 Prozent verzeichnet haben, ist der Dortmunder Pumpenspezialist im vergangenen Jahr gerade im Osten kräftig gewachsen. Allein in Russland sei der Umsatz in lokaler Währung um zwölf Prozent gestiegen.

Auch in den nächsten Jahren setzt der Anbieter von Pumpen und High-Tech-Pumpensystemen, die überall dort gebraucht werden, wo Wasser bewegt wird, stark auf Russland. Der Wilo-Chef bekräftigte erneut, dass sich das Unternehmen nicht aus dem russischen Markt zurückziehen werde. Ganz im Gegenteil: Im kommenden Jahr soll bei Moskau eine neue Produktionsstätte in Betrieb genommen werden; sie wird sogar größer als ursprünglich geplant ausfallen. Außerdem haben die Wilo-Vorstände gezielt bedeutende russische Kunden besucht, „um zu zeigen“, so Hermes, „dass der Markt für uns sehr wichtig ist.“

Auch in anderen Regionen treiben die Dortmunder ihre Globalisierung voran. Der Ausbau der Aktivitäten in Nordafrika ist ebenso geplant wie neue Niederlassungen in Lateinamerika. Impulse erhofft sich Hermes durch die olympischen Spiele 2016 in Brasilien – die Dortmunder sponsern den Deutschland-Achter. Die Region Südostasien soll zudem neben China, Indien und Korea die vierte starke Säule des Unternehmens in Asien werden.

„Wir gehen in neue Märkte rein, um die Wachstumsziele zu erreichen“, erklärte der Wilo-Chef. Bis 2020 soll der Umsatz auf über zwei Milliarden Euro gesteigert werden. Das Geschäftsjahr 2014 hat dazu beigetragen. Trotz negativer Währungseffekte lagen die Umsatzerlöse mit gut 1,23 Milliarden Euro auf einem neuen Rekordniveau. Der operative Gewinn (EBIT) wird mit 111,2 Millionen Euro etwas niedriger als im Vorjahr (126 Millionen Euro) ausgewiesen.

Unter dem Strich sind die Dortmunder um drei Prozent gewachsen und haben den Angaben zufolge damit besser als die Branche abgeschnitten. Der weltweit führende Pumpenhersteller Grundfos berichtete Ende März unter Berücksichtigung der negativen Währungsauswirkungen von einem Rückgang des Nettoumsatzes um 4,1 Prozent. Dies habe in Euro einem Umsatzwachstum von 1,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro entsprochen.

Das neue Jahr bei Wilo ist erneut vielversprechend angelaufen. „Wir haben im ersten Quartal einen exzellenten Start verzeichnet“, sagte Hermes und verwies auf zweistellige Wachstumsraten.

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