Fabrikneubau
Pfaff zieht 2007 um

Die Mitarbeiter des traditionsreichen Nähmaschinenherstellers Pfaff werden aufatmen: Das krisengeschüttelte Unternehmen zieht in ein neues Werk am Stammsitz Kaiserslautern und kauft neue Maschinen. Ohne Hilfe vom Land wäre das allerdings kaum möglich.

HB KAISERSLAUTERN. Das Gebäude soll rund 13,5 Mill. Euro kosten und bereits Ende 2007 bezogen werden, kündigte der Vorstandsvorsitzende Peter Schwenk am Donnerstag an. Der moderne Flachbau werde Platz für die derzeitige Belegschaft „plus x“ bieten. Mit dem Land wurde ein Leasingmodell vereinbart: Eine Tochter der landeseigenen Investitions- und Strukturbank baut zusammen mit einer Leasiggesellschaft das Gebäude, das anschließend an Pfaff vermietet wird. Zusätzlich zum Werk will Pfaff 5 bis 6 Mill. Euro in neue Maschinen investieren.

Im alten Pfaff-Werk werde derzeit teilweise unter sehr ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen produziert, rechtfertigte Schwenk den Neubau. Lange Wege und siebenstellige Energiekosten seien für den Hersteller von Industrienähmaschinen und Schweißgeräten ein „Wettbewerbsnachteil“. Mit dem Neubau verliere der Existenzkampf zwar nicht an Schärfe, er sei aber „das Fundament, um hier eine Standortsicherung zu haben und langfristig Arbeitsplätze zu erhalten“. Aussagen über die künftige Stellenzahl seien „unseriös“, sagte Schwenk.

Das 1862 gegründete Traditionsunternehmen hat turbulente Jahre hinter sich und stand bereits kurz vor dem Ende. In Kaiserslautern, wo einst etwa 7 000 Menschen bei Pfaff arbeiteten, sind heute noch 515 Mitarbeiter beschäftigt. Pfaff hatte 1999 Insolvenz angemeldet und war 2002 vom italienischen Großhandelsunternehmen Bianchi Marè übernommen worden. Im März 2005 wurde ein Sanierungstarifvertrag vereinbart, um die drohende Verlagerung der Arbeitsplätze nach China abzuwenden. Ende 2005 übernahm die Investmentgesellschaft GCI Bridge Capital AG aus München das Unternehmen, das nach verlustreichen Jahren wieder eine schwarze Null im operativen Geschäft erzielte. Die Mitarbeiter haben eine Beschäftigungsgarantie bis Juli 2007.

„Pfaff ist mehr als irgendeine Firma“, sagte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). Das Unternehmen sei immer auch Aushängeschild für die Hightech-Industrie im Land gewesen. „Die Menschen, die hier arbeiten, brauchen eine begründete Hoffnung. Die ist mit dem heutigen Tag gegeben.“ Als „völligen Blödsinn“ bezeichnete er Spekulationen, der Termin der Bekanntgabe für das neue Werk sei mit Blick auf die Landtagswahl am 26. März anberaumt worden.

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