Fachkräftemangel
Tausende Stellen konnten nicht besetzt werden

Alleine im vergangenen Monat konnten Unternehmen in Deutschland rund 120.000 Stellen nicht besetzen. Es fehlen vor allem Mathematiker, Naturwissenschaftler und Techniker. Experten blicken pessimistisch in die Zukunft.
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Berlin Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker werden nach wie vor händeringend gesucht. Im Oktober konnten die Unternehmen in Deutschland rund 120 000 offene Stellen allein für Hochqualifizierte nicht besetzen. Werden noch die nicht-akademischen Berufe hinzugezählt, wächst die Lücke auf etwa 200 000 fehlende Bewerber. Das geht aus dem neuen Report des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu diesen Fachbereichen hervor - sie werden nach ihren Anfangsbuchstaben unter dem Kürzel MINT zusammengefasst.

Nach Darstellung von IW-Direktor Michael Hüther wird sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage allein schon aus demografischen Gründen weiter öffnen. „Die Ausscheidenden können nicht mehr durch Nachwuchs ersetzt werden“, sagte er bei der Vorstellung des MINT-Reports am Mittwoch in Berlin. In 17 der 24 MINT-Berufe gebe es derzeit mehr offene Stellen als Arbeitslose. Besonders groß ist die Lücke demnach bei Ingenieuren der Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Keine Engpässe gibt es dagegen bei Chemikern und Biologen.

Der Fachkräftemangel eröffnet jungen Leuten nach Einschätzung der Experten weiterhin gute Einstiegs-, Aufstiegs- und Verdienstchancen. Hüther verwies auf weit überdurchschnittliche Lohnsteigerungen für Berufsanfänger im MINT-Bereich in den vergangenen Jahren.

Der Vorsitzende der Initiative zur Förderung von MINT-Berufen, Thomas Sattelberger, nannte es zwar erfreulich, dass die Zahl der Studienanfänger allein von 2010 bis 2011 um 23 Prozent gestiegen sei. Dies werde durch einen massiven Anstieg der Abbrecherquoten aber konterkariert. Allein in Maschinenbau und Elektrotechnik hätten zuletzt 53 Prozent der Uni-Neulinge hingeschmissen. Hier stünden die Hochschulen in der Pflicht.

 


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Fachkräftemangel : Tausende Stellen konnten nicht besetzt werden"

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  • Was für ein Bullshit... ich, 23, Chemiker habe nach 40 Bewerbungen noch immer keine Stelle.

    ES GIBT KEINEN FACHKRÄFTEMANGEL!

  • Meine Güte Handelsblatt....wie lange wollt ihr noch diese von Wirtschaftsverbänden lancierten Manipulationen widerkäuen?

    Gestern noch wurden diese frisierten Zahlen bei ARD/Plusminus ziemlich zerlegt...Würde sich das Handelsblatt bitte einmal um etwas mehr Objektivität bemühen?

    Schaut doch einfach mal bei Twitter unter "wir-sind-vdi" vorbei, um die Scheuklappen etwas zu öffnen...

  • Ich kann leider nur für die IT-Branche und dort fürs IT-Management mitreden. Wer sagt es gäbe hier einen Fachkräftemangel, der ist ein Lügner. Mit 40 aufwärts hat man dort schon ein Problem. Gesucht wird nämlich: jung, billig, willig und formbar. Es geht in meinen Augen fast nur ums Gehalt, inkl. jung sein und 1er-Zeugnisse. Jetzt kommen die junge Ingenieure aus dem Ausland, weil es unsere Regierung so will, und sorgen dafür, dass aus Deutschland kommende, ältere Ingenieure noch weniger Chancen haben. Parallel wird dadurch den EU-Südländern auch noch deren wichtigste Wirtschaftskraft genommen, um selbst auf die Beine zu kommen, nämlich qualifizierte Mitbürger. Die kommen dann nach Deutschland, wohnen in WGs und drittklassischen Unterkünften, bekommen die Hälfte des normalen Gehalts und wenn Sie merken, dass man sich damit in Deutschland nicht dauerhaft Einrichten kann, dann ist es schon zu spät. Sie bekommen nämlich nicht mehr und der Deutsche Mitwettbewerber hat schon vorher das Rennen verloren. Parallel redet die Arbeitsagentur von rund 100.000 fehlenden Ingenieuren. Die Zahl liegt dort nicht in Form von Stellenausschreibungen vor, sondern man geht einfach davon aus, dass nur jede 5. Stelle überhaupt gemeldet wird. Jeder Mangel, sei es Energie, Benzin, Getreide, was auch immer führt zu steigenden Preisen, nur bei uns wirkt sich der Fachkräftemangel umgekehrt auf die Gehälter aus. Was für eine verlogene Politik und welch verlogenes System.

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