Fahrzeugbau
MAN hebt 2006-Prognose nochmals an

Der Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN hat nach einem Gewinnsprung im dritten Quartal seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr erneut angehoben. Für die Milliardenübernahme des Konkurrenten Scania ist der Vorstand ebenfalls zuversichtlich. Sorgen um seinen Job muss sich allerdings MAN-Chef Hakan Samuelsson machen.

HB MÜNCHEN. MAN rechne nun für 2006 mit einem Umsatzplus von gut zehn Prozent, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Beim operativen Gewinn will MAN erstmals die Milliardenschwelle erreichen. Im vergangenen Jahr hatten die Münchener operativ 765 Millionen Euro verdient. Die Umsatzrendite solle acht Prozent erreichen. Bisher hatte MAN mit einer Umsatzsteigerung von acht Prozent und einer Umsatzrendite in der Nähe von 7,5 Prozent gerechnet.

Im dritten Quartal erwirtschaftete MAN einen operativen Gewinn von 278 Millionen Euro, fast zwei Drittel Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit übertraf MAN die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt 255 Millionen Euro erwartet hatten. Der Umsatz wuchs um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, der Auftragseingang um 33 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro.

MAN will seinen schwedischen Rivalen Scania für rund zehn Milliarden Euro übernehmen. Vorstandschef Hakan Samuelsson sieht den Konzern dabei im Zeitplan. Die Angebotsdokumente seien am 30. Oktober bei der EU-Kommission eingereicht worden. Mitte November solle die Annahmefrist beginnen, so dass die Transaktion bis Ende des Jahres abgeschlossen werden könnte.

Scania-Großaktionär hatte Volkswagen hatte den beiden Firmen bis Mitte November Zeit gegeben, sich zu einigen. Samuelsson äußerte sich zuversichtlich, dass der Plan zu einem positiven Abschluss kommen werde. Im Zuge des Angebots will MAN von der Ermächtigung Gebrauch machen, das Kapital um bis zu 20 Prozent zu erhöhen. Die Beteiligung an Scania hat MAN leicht auf 14,54 Prozent der Stimmrechte aufgestockt.

Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge könnte der ehemalige Daimler-Chrysler-Vorstand Eckhard Cordes Chef eines fusionierten Nutzfahrzeugkonzerns werden. Beteiligte Investoren favorisierten den 55-Jährigen, berichtete die Zeitung ohne Angabe von Quellen. Cordes hat bei Daimler-Chrysler bis 2004 die Nutzfahrzeugsparte saniert und war danach Mercedes-Chef. Im Kampf um die Nachfolge von Jürgen Schrempp zog er den Kürzeren gegen den neuen Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche und verließ den Automobil-Hersteller. Mittlerweile ist Cordes Vorstandschef beim Duisburger Mischkonzern Haniel. Zweiter Anwärter sei der designierte Chef von VW Nutzfahrzeuge, der 48-jährige Stephan Schaller. Die Chancen Samuelssons auf den Chefposten würden umso schlechter, je länger die Übernahmeschlacht dauere.

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