Fahrzeugbauer
Karmann will bald wieder wachsen

Das Traditionsunternehmen Karmann stellt sich im Zuge der Trennung vom Fahrzeugbau neu auf. Wachstumschancen sehen die Osnabrücker als Dienstleister für die Automobilindustrie. „Wir haben uns nicht aufgegeben und riskieren damit einen funktionstüchtigen Autozulieferer – im Gegenteil“, sagte Firmenchef Peter Harbig. „Wir wollen in Zukunft wieder wachsen.“

OSNABRÜCK. Um sich besser auf den Markt einzustellen, baut er die Struktur um: Die beiden Bereiche Cabriodächer und Fahrzeugentwicklung werden weitgehend eigenständig, kümmern sich selbst um Einkauf und Vertrieb. Zentrale Funktionen dünnt Harbig dagegen aus, dort sollen sich nach dem Umbau rund 150 Mitarbeiter vor allem um die Finanzen kümmern. Die Abteilung Fahrzeugentwicklung umfasst in Zukunft auch die Fertigungsplanung, die Entwicklung von Werkzeugen und Nischenfahrzeugen.

Harbig packt damit die Neuausrichtung zum Automobilzulieferer an. Stärken will er die verbliebenen Schwerpunkte Cabriodächer (derzeit 1500 Mitarbeiter weltweit) und Fahrzeugentwicklung (900 Mitarbeiter, mehrheitlich in Osnabrück). Der dritte Bereich mit 700 Mitarbeitern, zukünftig Metal Unit genannt, umfasst Werkzeugbau, Produktionssysteme, Presswerk, Fertigung von Modulen und das Ersatzteilgeschäft.

Der Metal Unit misst Harbig aber keine strategische Bedeutung bei: "Das ist für uns in Zukunft kein Kerngeschäft." Die Aufstellung sei folgerichtig, aber keinesfalls unproblematisch, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der FH Gelsenkirchen. "Der Markt für Fahrzeugentwickler ist angesichts des Bedarfs an Nischenmodellen und neuen Antrieben durchaus aussichtsreich." Das Geschäft sei aber kein Selbstläufer wie die Probleme des hessischen Entwicklungsdienstleisters EDAG zeigten.

Zurzeit laufen bei Karmann die Verhandlungen um einen Sozialplan für den Bereich Fahrzeugbau, der mangels Nachfolgeauftrag nach Auslauf des Mercedes CLK Cabriolets im Herbst 2009 geschlossen werden soll. Im schlimmsten Fall sind gut 1700 Arbeitsplätze gefährdet. Harbig verteidigt den Schritt: "Wir haben keine andere Wahl. Den Mitarbeitern weiter Hoffnung zu machen, wäre fahrlässig. Wir müssen einen Schnitt machen." Vor allem die für Volkswagen entwickelten Modelle Karmann Ghia, VW Käfer Cabrio und Golf Cabrio hatten den Namen in der Autowelt bekannt gemacht.

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