Fahrzeugbauer
Merckle verkauft Kässbohrer doch nicht

Eine „einzigartige“ Position habe Kässbohrer – warum sollte man so ein Unternehmen verkaufen? Kritisch fragen könnte man nun: Warum es die Familie Merckle dann eigentlich monatelang versucht? Nun verbleibt Kässbohrer wo es ist. Über die Gründe kann man trefflich spekulieren.

HB LAUPHEIM. Der Fahrzeugbauer Kässbohrer wird doch nicht verkauft und bleibt damit im Besitz der Familie Merckle. „Kässbohrer ist eine sehr gut aufgestellte Gesellschaft mit einer einzigartigen Marktposition“, teilte Ludwig Merckle am Donnerstag mit. Die Lage der der Merckle-Gruppe habe sich stabilisiert, die LuMe Vermögensverwaltung werde die Beteiligung selbst fortführen. Als Aufsichtsratsvorsitzender werde er damit auch künftig die strategische Zukunft des Herstellers von Pistenbullys mitgestalten, sagte Merckle. „Ich setze dabei auf Kontinuität in dieser bislang erfolgreichen Aufstellung.“

Die LuMe Vermögensverwaltung GmbH ist eine Beteiligungsholding der Merckle-Gruppe. Sie hält 93 Prozent der Anteile an der Kässbohrer Geländefahrzeug AG. Kässbohrer ist nach eigenen Angaben der weltweite Marktführer für Pistenfahrzeuge. Im Geschäftsjahr 2008/09 (30. September) rechnet das Unternehmen mit Sitz in Laupheim wegen eines guten Winters mit einem Rekordumsatz. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte der Fahrzeugbauer Erlöse von 175,7 Mio. Euro.

Die Merckle-Gruppe war Ende 2008 unter anderem wegen der Folgen der Finanzkrise in eine finanzielle Schieflage geraten. Firmenmogul Adolf Merckle, der Vater von Ludwig Merckle, hatte sich daraufhin das Leben genommen, kurz zuvor aber noch mit den Banken einen Kompromiss für die Rettung seiner Unternehmen in die Wege geleitet. Bedingung eines von den Gläubigerbanken gewährten Überbrückungskredits war unter anderem der Verkauf des Generikaherstellers Ratiopharm. Der Kässbohrer-Verkauf war hingegen nicht Teil der Verhandlungen.

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